FDP: Zu viele Regelschulen im Landkreis

Mühlhausen.  Die Liberalen aus dem Unstrut-Hainich-Kreis erarbeiten sich ihre Position in der Debatte um die Schulnetzplanung für den Landkreis

Wo wird man im Landkreis mittel- und langfristig lernen? Dieser Frage geht der Schulnetzplan nach.

Wo wird man im Landkreis mittel- und langfristig lernen? Dieser Frage geht der Schulnetzplan nach.

Foto: Andrea Fricke

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Beim FDP-Stammtisch erarbeiteten sich die Liberalen am Donnerstagabend ihre Position in der aktuellen Debatte um die Schulnetzplanung. Die sieht langfristig das Gymnasium in Schlotheim sowie die Grundschulen in Körner und in Lengenfeld/Stein als gefährdet an. Anderen Schulen droht Mitte dieses oder Anfang des kommenden Jahrzehnts die Einzügigkeit.

Radikal ist die Ansicht von Bastian Boelecke, dem Vorsitzenden des Stadtverbands Mühlhausen: „Einzügige Regelschulen in Mühlhausen oder Bad Langensalza gehören sofort geschlossen.“

Eine Schule, die mittelfristig Gefahr läuft, pro Jahrgang nur noch eine Klasse zu unterrichten, ist die Wiebeckschule Bad Langensalza. Die Eltern würden ihre Kinder lieber nach Aschara oder nach Tonna schicken. Dass die Wiebeckschule überhaupt in diese Situation kommen kann, sei dem „Kunstprojekt Gemeinschaftsschule Aschara“ geschuldet, meint Kreistagsmitglied Alexander Kappe aus Bad Langensalza.

Dass in Mühlhausen laut Schulnetzplanung keine der Regelschulen um ihre Zukunft fürchten muss, ist auch der Fördermittelbindung für die Sanierung zuzuschreiben, laut Ex-Stadträtin Uta Hofmann aus Mühlhausen führen Fördermittel in die Knechtschaft.

Die Fraktion wolle bis zur nächsten Kreistagssitzung überlegen, eine Beschlussvorlage einzubringen, die den Landrat beauftragt zu prüfen, ob die Rückzahlung von Fördermitteln nicht rentabler sei, als kleine, unwirtschaftliche Schulen zu erhalten. Die Schulnetzplanung lege den Schwerpunkt auf wohnortnahen Unterricht und weniger auf die Qualität, kritisiert Boelecke und sieht – trotz angestrebter Schulverbünde – an kleinen Schulen zu viel Unterrichtsausfall und zu geringe Wahlmöglichkeiten. Und: Wenn es um Schulen geht, die – wie das Gymnasium in Lengenfeld – von zahlreichen Kindern und Jugendlichen aus dem Nachbarkreis besucht werden, solle man den auch bei der Schulsanierung mit ins Boot holen.

Keinerlei Abstriche will die FDP bei Grundschulen machen: „Wo Menschen wohnen, soll es auch Grundschulen geben“, sagt Kreistagsmitglied Marko Groß. Ähnlich wie Boelecke meint er: Im ländlichen Raum solle man, anderes als in den Städten, auch an einer einzügigen Regelschule festhalten, in Mühlhausen und Bad Langensalza dagegen nicht.

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