Mühlhausen fordert Obdachlosenunterkunft für Familien

Mühlhausen.  Am Donnerstagnachmittag wurde ein Büro zur Vermeidung der Wohnungslosenhilfe am Steinweg offiziell eröffnet. Dabei geht es der Stadt nicht nur um allein lebende Bewohner.

Klemens Müller, Birgit Kaufhold, Silvana Grund und Reiner Engel (v.l.n.r.) zur Eröffnung des Büros zur Wohnungslosenhilfe. 

Klemens Müller, Birgit Kaufhold, Silvana Grund und Reiner Engel (v.l.n.r.) zur Eröffnung des Büros zur Wohnungslosenhilfe. 

Foto: Claudia Bachmann

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Die Aussage ist unmissverständlich: Die Stadt Mühlhausen möge bei der Planung der neuen Obdachlosenunterkunft nicht nur an allein lebende Bewohner denken, sondern auch an Familien. In der derzeitigen Unterkunft in der Wendewehrstraße herrschen keine Bedingungen, unter denen das Jugendamt Kindern ein Leben zumuten würde. „Würden dort Familien einziehen, müssten wir die Kinder rausnehmen. Und das würde die Situation für die Familienmitglieder noch weiter verschlimmern“, sagt Elmar Linde, beim Landratsamt leitet Linde den Fachbereich Familie, Jugend und Soziales. In der Stadt wird derzeit diskutiert, direkt neben der bisherigen Unterkunft eine neue zu schaffen. Dabei werden Wohncontainer bevorzugt.

Menschen aus dem Landkreis gar nicht erst in die Obdachlosig- oder Wohnungslosigkeit abdriften zu lassen, das ist das Ziel der „Sozialarbeit zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit im Unstrut-Hainich-Kreis“. Silvana Grund (33) aus Mühlhausen ist die verantwortliche Sozialarbeiterin. Die Stelle ist über das Landesprogramm „Solidarisches Zusammenleben der Generationen“ finanziert und ist beim Diakonischen Werk Eichsfeld-Mühlhausen angesiedelt. „Wir leisten seit Jahren Gefährdetenarbeit - ob bei der Tafel oder der Wärmestube. Das ist Arbeit mit Menschen, die auch zu Wohnungslosen werden könnten“, sagt der Geschäftsführer des Diakonischen Werks, Reiner Engel. Wohnungslosigkeit bedeutet laut Elmar Linde, dass alle Hilfssysteme nicht mehr greifen.

Ein kleiner Empfang am Donnerstagnachmittag stellte letztlich den offiziellen Beginn der bereits zum Oktober geschaffenen Stelle dar. Die größten Aufgaben der vergangenen Wochen hätten in Verbindung mit Wohnungsbränden in Mühlhausen gestanden. „Wir haben immer eine Lösung gefunden, eine Wohnung für die Brandopfer“, sagt Grund. Sie habe in dieser Zeit auch erfahren, als wie wohltuend es die Menschen empfanden, die sich an die wandten, dass sie bei den Gängen zu den Behörden von ihr begleitet wurden.

Schon allein aufgrund der Größe und Lage werde Mühlhausen der Schwerpunkt ihres Arbeitsgebiets sein. In den vergangenen Wochen sei sie aber bereits mit einigen anderen Kommunen ins Gespräch gekommen.

Wie es von Birgit Kaufhold, der Sozialplanerin im Landratsamt, am Donnerstag hieß, solle in den kommenden Wochen auch der Arbeitskreis Wohnungslosenhilfe wieder aufleben.

  • Die Sozialarbeiterin bietet montags und donnerstags von 9 bis 12 und dienstags von 14 bis 17 Uhr Sprechstunden in ihrem Büro am Steinweg 52 / Ecke Hauptmannstraße an.

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