Generationswechsel nach einem Vierteljahrhundert

Mühlhausen.  Langfristig vorbereitet wird der Generationswechsel bei „Dekotex“ in Mühlhausen. Hermann Kaufmanns Tochter Katy Liebscher ist bereit.

Katy Liebscher führt seit diesem Jahr die Firma Dekotex gemeinsam mit ihrem Vater Hermann. Sie will sie später allein weiterführen.

Katy Liebscher führt seit diesem Jahr die Firma Dekotex gemeinsam mit ihrem Vater Hermann. Sie will sie später allein weiterführen.

Foto: Claudia Bachmann

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Nähen, Dekorieren, Sonnenschutz anbringen, Fußboden legen. „Die Wünsche der Kunden haben sich in den letzten Jahren verschoben – weg vom Einzelhandel, hin zu den Dienstleistungen“, sagt Hermann Kaufmann. Der 63-Jährige aus Mühlhausens Ortsteil Saalfeld hat vor 25 Jahren die Firma Dekotex in der Erfurter Straße gegründet, seit Frühjahr 2019 führt er sie gemeinsam mit seiner Tochter Katy Liebscher (33). Dass er bei der Suche nach einem Nachfolger durchaus mit dem Gedanken gespielt hat, die Firma zu verkaufen, gibt der studierte Ingenieur-Ökonom zu. Seine Tochter sei bei der Nachfolge aber seine erste Wahl gewesen. Die entschied sich während der Elternzeit mit ihrem zweiten Sohn dafür, das Unternehmen zu führen – vorerst zusammen mit dem Vater, später dann allein. „Ich bin hier groß geworden, habe während der Ferien und im Studium hier gejobbt. An der Firma hängt mein Herz“, sagt Katy Liebscher.

Nach dem Betriebswirtschaftsstudium in Jena zog es sie in die Industrie – sie arbeitete als Assistentin der Geschäftsführung, im Marketing, im Vertrieb. Das Kaufmännische sei in ihrer neuen Aufgabe kein Problem für sie. In das Fachliche arbeitet sie sich ein. Den Unterboden zu beurteilen, das muss sie lernen, entscheiden, wann welche Verlege-Technik die geeignete ist, wann es welches Material und welches Werkzeug benötigt. „Ich habe das Glück, meinen Vater als Mentor zu haben.“ Beide seien sich charakterlich ähnlich: ruhig und ausgeglichen. „Wir diskutieren ein Problem, kommen dann aber fast immer zur selben Entscheidung“, sagt Liebscher. Kaufmann betont: „Das letzte Wort hat meine Tochter.“ Deren Faible für Inneneinrichtung, Design und Stoffe komme ihr bei ihrer Arbeit sehr entgegen.

Die Wünsche, die Liebscher und Kaufmann sowie ihre zehn Mitarbeiter zu erfüllen haben, werden immer spezieller, beim Service, aber auch beim Verkauf der Stoffe.

Und: Die Firma in der Erfurter Straße greift, wie viele andere Raumausstatter auch, den Trend zum Selbstnähen auf. Die Nähkurse seien fast immer ausgebucht.

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