Spendenbereitschaft für leukämiekranken Mühlhäuser Spielmann ist groß

Alexander Volkmann
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Michaela Voigt war Erstspenderin. Ringo Rabe vom Blutspendedienst nahm ihr das Blut ab.

Michaela Voigt war Erstspenderin. Ringo Rabe vom Blutspendedienst nahm ihr das Blut ab.

Foto: Alexander Volkmann

Mühlhausen.  Der Spielmannszug Sachsensiedlung und der DRK-Kreisverband Mühlhausen organisieren Blutspende und Typisierung für ihren Kollegen Yps.

Viele Bekannte und Freunde wollen Silvio Ilmer helfen. Rund 80 Menschen kamen am Donnerstag innerhalb der ersten beiden von geplant vier Stunden zur Typisierungsaktion mit Blutspende. So unterstützen sie den an Leukämie erkrankten Mühlhäuser Spielmann, den viele nur als Yps kennen.

Gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband Mühlhausen organisierte sein Verein, der Spielmannszug Sachsensiedlung, die Aktion. Viele Spender sind selbst Mitglied im Verein. Aber auch andere Spender waren gekommen, hatten vom Schicksal des 50-Jährigen erfahren. Und viele von ihnen waren zum ersten Mal Blut spenden.

So auch die 20-jährige Pauline Hädrich aus Ammern. Über viele Jahre war sie selbst aktiv im Spielmannszug. Auch Yps kennt sie persönlich. Motiviert hat sie auch eine Freundin, die selbst an Leukämie erkrankt war. „Diese wirklich einfache Chance, vielleicht ein Menschenleben zu retten, sollte man nicht vertun”, sagte die Studentin.

Drei Menschen kann mit einer Blutspende geholfen werden

Für eine Stammzellen-Typisierung kommt die 61 Jahre alte Silke Breitbarth zwar nicht mehr in Frage, ihr Blut spendete sie trotzdem. Denn auch das hilft an Leukämie Erkrankten, wie Yps. Elke Müller, die beim DRK-Kreisverband für die Blutspenden zuständig ist, erklärt: „Für die Chemotherapie sind Leukozyten im Blut wichtig, davon gibt es nur wenige und sie sind nach einer Spende auch nicht lange haltbar”. Das Sommerloch bei den Blutspenden sei auch in diesem Jahr spürbar. Mit einer Vollblutspende könne über Plasma, Leukozyten sowie den roten Blutfarbstoff gleich drei Menschen geholfen werden, so Müller.

Auch Yps hat in den vergangenen vier Monaten zahlreiche Blutspenden erhalten müssen.

Der Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Michael Watterott hofft, die durch die Initiative gewonnenen Erst-Blutspender auch künftig zum regelmäßigen Spenden bewegen zu können.

Tatkräfte Unterstützung kam von Mitgliedern des Spielmannszuges Sachsensiedlung. Rund ein Dutzend Helfer kümmerte sich um die Betreuung der Spender, die Organisation auf dem Parkplatz sowie die Ausgabe von Getränken. Auch eine Spendenbox für Yps wurde aufgestellt, um anstehende finanzielle Belastungen abzufedern.

Yps hat die vierte Chemotherapie hinter sich

Wie Vereinsvorsitzender Michael Hohmann sagte, ist Silvio Ilmer über die Aktion informiert und froh über die große Unterstützung. Seit 40 Jahren ist Ilmer Spielmann, war zeitweise der stellvertretende Vorsitzende und kümmerte sich darum, den Nachwuchs im Spiel an den Becken und an der großen Trommel auszubilden. Hohmann sagt: „Das sind wir ihm schuldig. Wir lassen ihn damit nicht alleine.” Yps befinde sich in einem Krankenhaus in Erfurt, hat die vierte Chemotherapie gerade hinter sich. Er brauche nun eine Stammzellspende, um zu überleben.

Bei der Musikschau zur Kirmes möchte Yps gerne zumindest als Zuschauer dabei sein, weiß Hohmann. Ob das geht, ist noch offen.