Guten Morgen: Letzte Chance Halluzination

Klaus Wuggazer über Wege, den Kroko-Hype zu retten

Klaus Wuggazer

Klaus Wuggazer

Foto: Daniel Volkmann

Das war’s dann wohl mit dem Traum vom Unstrut-Nessie – oder doch nicht? Der Kyffhäuserkreis jedenfalls zeigte sich nicht in der Lage, das reptilienbasierte Spätsommerloch-Phänomen auf seinem Territorium dauerhaft dingfest zu machen. Und das, obwohl ein beachtliches Arsenal aufgefahren wurde, zuletzt sogar mit einem ausgewiesenen „Crocodile Dundee“, der das Raubtier mit leckerem Rinderblut lockte – und den examinierten Flussabschnitt doch für krokodilfrei erklären musste.

Weil keiner weiß, wo der Beißer abblieb, herrscht Aussicht, dass sich das ominöse Urzeitvieh doch noch erbarmt, und dem Unstrut-Hainich-Kreis, der seine neue Heimat immerhin im Namen trägt, ein paar bundesweite Schlagzeilen einbringt, indem es uns – allerletzte Hoffnung – wenigstens eine Pseudosichtung beschert.

Denn: „Die Gegebenheiten an diesem Fluss laden zum Halluzinieren ein“, ist ein Fazit, das Krokodil-Experte Heino Krannich zog. Verstehen wir das als Aufforderung. Pilgern wir an die Gestade der Unstrut, starren in die Gegend und warten auf die Bilder. Es muss ja nicht gleich eine Krokovision sein. Im von der Natur belämmerten Kopf könnten auch Salamander zu Waranen werden und Möpse zu Nilpferden. Hauptsache grusel- und schlagzeilenträchtig.

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