Heimklatsche für Preußen

Großvargula  In der Verbandsliga unterliegt das Wirth-Team dem Aufsteiger Gera-Westvororte mit 0:3

Auch der hochtalentierte Tobias Sauerbier – hier gegen Momodou Sanneh – konnte die Niederlage der Preußen nicht verhindern. Bei besserer Chancenverwertung hätte Gera deutlich höher gewinnen können.

Auch der hochtalentierte Tobias Sauerbier – hier gegen Momodou Sanneh – konnte die Niederlage der Preußen nicht verhindern. Bei besserer Chancenverwertung hätte Gera deutlich höher gewinnen können.

Foto: Klaus Dreischerf

„Ich habe dem Thomas heute wohl kein Glück gebracht“, resümierte der Manager des VFC Plauen, Frank Günther, das Geschehen. Der seit gemeinsamen Weidaer Tagen mit Preußens Trainer Thomas Wirth befreundete Günther besucht Wirth von Zeit zu Zeit, wenn es der Plauener Spielplan zulässt. Angst, dass er ein Auge auf Preußens Spieler geworfen hätte, hatte nach diesem Auftritt allerdings niemand.

Gegen eine arg ersatzgeschwächte Geraer Elf boten die Preußen eine desolate Leistung, erspielten sich kaum Chancen und luden mit haarsträubenden Fehlern in der Defensive die Gäste zum Tore schießen ein. 0:3 (0:3) hieß es am Ende und damit waren die Kurstädter noch gut bedient. Bereits in der 9. Minute eröffnete Klammt den Torreigen mit einem direkten Freistoßtor, Franke hatte zuvor Diallo gefoult. Beim Versuch der Parade verletzte sich Preußen-Keeper Arnold zudem am Oberschenkel, so dass er durch Geißler ersetzt werden musste. Von da an sahen die Besucher eine hilflose Preußen-Elf, die nie einen Zugriff auf das Spiel fand. Fast zwangsläufig fielen weitere Treffer. Diallo nutze einen katastrophalen Schnitzer des jungen Scheer, um frei durchzulaufen und zum 0:2 einzuschieben (36.). Und nur fünf Minuten später war Diallo erneut mit einem Konter frei durch und verwandelte zum 0:3-Pausenstand (41.).

Nach dem Wechsel versuchte Preußencoach Wirth, mit einem Wechsel Impulse zu setzen. Für Fernschild kam mit Tobias Sauerbier eines der größten Talente, das in den letzten Jahren das Preußen-Trikot getragen hat. Vor fünf Jahren wechselte der heute gerade 18-Jährige von RSV Göttingen/Geismar an das Schlotheimer Internat, wo er vor allem von Harald Fritz und Sascha Reuter geformt wurde. Nun geht er in sein erstes Verbandsligajahr, vor der Saison gab es sogar schon Oberligaangebote. Seine Eltern sind seitdem bei jedem Spiel, sei es zu Hause oder auswärts, dabei. „So haben wir Thüringen mit den Jahren richtig kennen gelernt und die Schönheit dieses Landstrichs gesehen. Auch wenn es manchmal ganz schöne Kilometer waren, wenn man manchmal samstags und sonntags von Göttingen nach Ostthüringen fahren musste“, berichtete Tobias‘ Vater von den Mühen der letzten Jahre. Diesmal konnte auch das Riesentalent nichts mehr ausrichten. Einige Tempodribblings, einige gute Pässe, mehr war von der ungewohnten Sechserposition in diesem bereits verfahrenen Spiel nicht mehr zu erwarten.

Auch im zweiten Abschnitt gelang den Preußen wenig, im Gegenteil. Bei schnellen Kontern der Gäste über den überragenden Sanneh musste Keeper Geißler gleich dreimal gegen den frei durchgelaufenen Diallo in letzter Not retten. Wenn die Gäste die Konter konsequenter ausgespielt hätten, den Preußen wäre ein Debakel nicht erspart geblieben. Eigentliche Leistungsträger der Kurstädter waren nicht zu sehen (Reuter) oder fielen nur durch Fehlpässe und lautstarke Beschwerden (Weis) auf. So kann man auch einen limitierten Gegner wie Gera- Westvororte nicht bezwingen.

Deren Trainer Mike Baumann, war hinterher fassungslos: „Wir sind mit dem letzten Aufgebot hierher gereist und haben mit einer Abfuhr gerechnet. Aber nach dem Freistoßtor sind wir immer besser ins Spiel gekommen, während der Gegner immer verunsicherter wurde“. Preußens Trainer Thomas Wirth zeigte sich nach dem Spiel sachlich, wenn auch enttäuscht. „Ich habe Wert darauf gelegt, dass die Spieler nach dem Schlusspfiff einen Kreis bilden und nicht jeder allein in die Kabine läuft. Wir haben alle zusammen verloren, deshalb möchte ich keine Spieler persönlich herausgreifen. Die Jüngeren tragen genauso Verantwortung wie die Älteren. Wir hatten uns für heute etwas vorgenommen und alle haben den Plan verstanden, es scheiterte nur an der Umsetzung, die uns völlig fehlte. In der kommenden Woche müssen wir viel reden und noch mehr arbeiten“, so der Ex-Weidaer Trainer auf dem Weg zu seinem Plauener Freund.

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