Heyeröder Weihnachtskrippe mit alten Wurzeln

Heyerode.  Die Heyeröder bauen in den nächsten Tagen wieder ihre Krippe auf. Das kunstvolle Ensemble ist zugleich ein uraltes Zeugnis.

Die uralte Krippe wird am 17. Dezember wieder in der Heyeröder Kirche aufgebaut.

Die uralte Krippe wird am 17. Dezember wieder in der Heyeröder Kirche aufgebaut.

Foto: Heidi Zengerling

Die wundervolle Weihnachtskrippe der Pfarrkirche St. Cyriakus zu Heyerode erfreut jedes Jahr aufs Neue Kinder und Erwachsene aus nah und fern. Es ist mittlerweile Tradition, dass sie die Kirche während der Weihnachtstage bis zum Dreikönigsfest im Januar schmückt.

Die Grundfiguren stammen aus dem Jahr 1889. Im Lauf der Jahre sammelten die Ministranten einzelne Figuren dazu, wie Schafe und Schäfer. So gesellte sich auch die Wasser holenden Magd hinzu, die allerdings vom der Größe zwei Nummern kleiner ist als die übrigen Figuren. Man entschloss sich, diese Magd etwas abseits zu stellen, damit der Größenunterschied nicht auffällt.

Im Lauf der Jahre kamen noch Stall und Stadttor hinzu, die von Karl Marx aus der Marienstraße gefertigt wurden. Kamel und Kamelführer sowie den König lieh man sich von der Krippe des Kindergartens aus. Auch diese Figuren waren etwas kleiner und passten proportional sehr gut zum Stadttor. Einst stellten Heinrich Marx in seiner Funktion als Küster und dessen Söhnen Hermann, Josef und Willi die Krippe jährlich vor den Weihnachtstagen auf. Heinrich Marx war es auch, der den Stall umbaute und seine Tochter Anna Laufer bemalte die in die Jahre gekommenen Gesichter neu und frischte die Figuren auf.

Die Krippe wurde eine Zeit lang unter der Kirchentreppe in einer Kammer gelagert. August Hohlbein war dafür verantwortlich. Es zeigte sich allerdings bald, dass der Verschlag feucht war und die Gipsfiguren unter der Wasserbildung litten. Sie wurden fleckig, sodass man sich entschloss, die Figuren im Glockenturm aufzubewahren, wo sie seither ihren Platz gefunden haben.

1974 nagte der Zahn der Zeit an den Gebäuden. Die Bretter gingen aus dem Leim. Stefan Mainzer und Winfried Bauer - seinerzeit Ministranten - reparierten mit ihren Vätern die Gebäude. Im Jahr darauf übernahm Josef Mainzer den Krippenaufbau. Jeden Monat nahm er sich ferner drei Figuren vor, die er ausbesserte. Diese Aufgabe bekleidete Josef Mainzer über einen Zeitraum von 40 Jahren. Er gab das Amt vor vier Jahren an den in der Marienstraße wohnhaften Alfred Hohlbein ab, der gemeinsam mit Josef Mainzer Brunnen und Lagerfeuer nachbaute und seither gemeinsam mit dem Bauhof der Gemeinde für den Aufbau der Weihnachtskrippe zuständig ist, die in diesem Jahr ab dem 18. Dezember in ihrer ganzen Schönheit erstrahlen wird.

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