Klinik in Lengenfeld wird Zentrum für Altersmedizin

Lengenfeld.  Für 14 Millionen Euro soll das Krankenhaus in Lengenfeld unterm Stein um einen Reha- und Pflegebereich erweitert werden.

Chefarzt Dr. Ulrich Franke, MVZ-Geschäftsführer Martin Krajci und Verwaltungsleiter Sebastian Illhardt (von links) im gerade eingeweihten Anbau mit Tagesklinik.

Chefarzt Dr. Ulrich Franke, MVZ-Geschäftsführer Martin Krajci und Verwaltungsleiter Sebastian Illhardt (von links) im gerade eingeweihten Anbau mit Tagesklinik.

Foto: Alexander Volkmann

Das St. Elisabeth Krankenhaus in Lengenfeld unterm Stein stellt sich als Zentrum für Altersmedizin in Nordthüringen auf. Dazu entsteht in den nächsten Jahren ein Neubau mit einem Reha- und Pflegebereich als Ergänzung zur bisherigen akutstationären Versorgung in der Fachklinik für Geriatrie. Rund 14 Millionen Euro nimmt die Katholische Hospitalvereinigung Thüringen (KHVT) als Träger der Krankenhäuser in Erfurt und Lengenfeld für den Neubau im Südeichsfeld in die Hand.

Man wolle künftig die vier Bereiche der Altersheilkunde unter einem Dach zusammenfassen, erläutert Chefarzt Dr. Ulrich Franke. Den Schwerpunkt bildet dabei die geriatrische Reha, die in Thüringen aufgrund des aktuellen Krankenhausplanes gestärkt werden soll. Damit werde eine Versorgungslücke geschlossen, so Franke. Ziel sei es, durch Rehabilitation die Selbstständigkeit älterer Menschen zu ermöglichen – vor dem Schritt in die Vollzeitpflege.

Neben dem Rehazentrum im Erdgeschoss mit 40 stationären Plätzen sollen im Obergeschoss weitere 30 Plätze in Wohneinheiten der Lang- und Kurzzeitpflege entstehen. Ein weiterer Bereich für die Tagespflege bietet 20 Plätze. Außerdem gibt es Therapieräume für Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie und Psychologie. Ein Gemeinschaftsraum mit Cafeteria steht sowohl den Patienten wie auch Mitarbeitern zur Verfügung, so die Pläne.

Anbau mit Tagesklinik gerade eingeweiht

Bereits im Dezember soll eine Baustraße entstehen; es wird Baufreiheit geschaffen. Im März kommenden Jahres sollen dann die Hauptarbeiten beginnen, damit Anfang 2023 die ersten Patienten in der neuen Einrichtung versorgt werden können, erläutert Verwaltungsleiter Sebastian Illhardt den Zeitplan. 35 bis 40 neue Arbeitsplätze entstehen – vor allem im ärztlichen Bereich und in der Pflege aber auch im Therapiebereich. Die Ausbildung in der Pflege profitiere von der Investition.

Als Ergänzung zur bisherigen akutstationären Versorgung hat die Fachklinik für Geriatrie in diesen Tagen bereits einen etwa 2,5 Millionen Euro teuren Anbau mit einer Tagesklinik mit neun Plätzen in Betrieb genommen. Neue Verwaltungsräume wurden eingerichtet, die bisher im Haus verteilt waren und nun an einer Stelle zentralisiert sind. Auch wurde dadurch die Bettenkapazität um elf auf 114 erweitert, um dem prognostizierten Mehrbedarf gerecht zu werden. Im Juli 2016 hatten die Bauarbeiten mit dem Teilabbruch eines Altbaus begonnen. Bis zur Fertigstellung des Neubaus 2023 werden im Anbau auch Rehamaßnahmen durchgeführt.

Künftig soll die Versorgung chronisch erkrankter Patienten verstärkt in der Klinik weitergeführt werden, weshalb die Zusammenarbeit mit Hausarztpraxen verbessert werden soll, wie Martin Krajci, Geschäftsführer der Medizinischen Versorgungszentren der KHVT sagte. Auch die Zusammenarbeit mit Akutkliniken steht im Fokus. Eine Kooperation im Bereich der Alterstraumatologie, also der Behandlung von Verletzungen älterer Menschen, bestehe bereits mit dem St. Georg Klinikum in Eisenach. Mit dem Mühlhäuser Hufeland Klinikum soll ebenfalls eine entsprechende Vereinbarung geschlossen werden.

Dabei geht es vor allem darum, dass Patienten nach einer Behandlung oder Operation in der Fachklinik in Lengenfeld weiterversorgt werden. Etwa 40 Prozent der Patienten komme mit Traumata. Es habe sich vielfach gezeigt, so Franke, dass der Heilungsprozess in einer geriatrischen Fachklinik besser sei.

Altersmedizin sei individuell und personalintensiv – nicht alle Krankenhäuser könnten das in vollem Umfang leisten. Das St. Elisabeth Krankenhaus blickt dabei auf 25 Jahre Entwicklung in diesem Bereich zurück. Die Geriatrie habe sich aus dem Schattendasein zu einer akzeptierten Fachdisziplin entwickelt, meint Chefarzt Franke.