Körner kämpft um Erhalt seiner Bankautomaten

Daniel Volkmann
| Lesedauer: 2 Minuten
Bürgermeister Matthias Niebuhr und seine Mitstreiter setzten sich für den Erhalt der Sparkassenautomaten in Körner ein.

Bürgermeister Matthias Niebuhr und seine Mitstreiter setzten sich für den Erhalt der Sparkassenautomaten in Körner ein.

Foto: Daniel Volkmann

Körner.  Die Automaten der Sparkasse in Körner sollen abgebaut werden. Der Nutzen stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten. Welchen Weg Bürgermeister Matthias Niebuhr jetzt geht.

Erstmals in der Geschichte der Sparkasse Unstrut-Hainich hat der Bürgermeister einer Gemeinde signalisiert, Kosten zu übernehmen, wenn die Bankautomaten an Ort und Stelle blieben.

„Viel wird über Daseinsvorsorge und Lebensqualität im ländlichen Raum debattiert. In Körner möchten wir nicht nur darüber sprechen, sondern dies in unsere Gemeinde auch umsetzen und die Automaten am Standort halten“, sagt Körners Bürgermeister Matthias Niebuhr (parteilos).

Vor wenigen Wochen habe ihn die Sparkasse Unstrut-Hainich darüber informiert, dass die beiden Bankautomaten in den Räumen an der Hauptstraße in Körner zum Jahresende zurückgebaut und nicht mehr weiter betrieben werden. Seit dieser Zeit suchen Niebuhr und seine Mitstreiter nach einer Lösung, die Automaten doch noch für die Bürger der Gemeinde erhalten zu können.

Benötigt werden jährlich 5000 Euro, dies über einen Zeitraum von fünf Jahren. Der Vermieter der Räume auf dem Areal des Körnerschen Lebensmittelladens Körnerkauf habe signalisiert, auf die Hälfte der Miete für die videoüberwachten Räume zu verzichten. Auch die Gemeinde sei bereit, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Im Moment sei nach Angaben des Bürgermeisters aber der Bürger gefragt, jetzt sei es daran, sich zu bekennen. Gut 2000 Geldgeschäfte im Monat würden derzeit über die Automaten abgewickelt, rund 1000 Konten hätten Einwohner bei der Sparkasse Unstrut-Hainich. All dies reicht nicht. Man könne nicht auf die Sparkasse schimpfen, sondern müsse Danke sagen, dass sie über zwei Jahrzehnte länger in der Gemeinde ansässig waren als andere Banken der Region, sagt Niebuhr.

Geldinstitut sieht Kosten nicht mehr im Verhältnis zum Nutzen

Von Sparkassenvorstand Christian Blechschmidt heißt es dazu: „Der Bürgermeister kam auf uns zu und signalisierte die Kosten für die Automaten übernehmen zu wollen. Wenn die Gemeinde Körner vertraglich zusichert, für das Kostendefizit aufzukommen, würden wir die Automaten aufrechterhalten“. Weil die Sparkasse in Schlotheim eine große Geschäftsstelle vorhält und am Mühlhäuser Forstberg ebenso, habe sich die Bank dazu entschlossen, die Automaten in Körner abzubauen. Die Summe aus Miete, Wartung, Sicherheitsanforderungen und der regelmäßigen Versorgung der Automaten mit Bargeld sei inzwischen immens hoch und stünde nach Angaben Blechschmidts nicht mehr im Verhältnis zum Nutzen.