Kreismusikschule in Mühlhausen setzt ein Ausrufezeichen

Mühlhausen. Ein gut besuchtes Konzert am Kornmarkt in Mühlhausen zeigte die Vielfalt und die Qualität, für die die von Einsparungen bedrohte Einrichtung steht.

Das Jazz-Trio mit Johannes Gunkel (Trompete), Sebastian Mock (Keyboard) und Benjamin Schlothauer (electric bass) auf der Kornmarktbühne. Foto: Jens König

Das Jazz-Trio mit Johannes Gunkel (Trompete), Sebastian Mock (Keyboard) und Benjamin Schlothauer (electric bass) auf der Kornmarktbühne. Foto: Jens König

Foto: zgt

"Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh‘n..." — es war diese Mischung aus Melancholie und Optimismus des Zarah Leander-Klassikers, der sich als stilprägend für diesen Samstag erweisen sollte. Vorgetragen wurde er bei gerade einsetzendem Platzregen als finales Stück vom Orchester Franz L. aus Weimar, an diesem viereinhalbstündigen Konzertnachmittag. Danach war nur noch die Band Küllmer dran.

Franz L.-Trompeter Thorsten Müller hatte, selbst Lehrer an der Kreismusikschule, gemeinsam mit dem australischen Klavierlehrer Marcos Kopf die Veranstaltung aus dem Boden gestampft - und zwar ohne Kosten zu verursachen. Geholfen haben "Brauhaus zum Löwen"-Geschäftsführer Marco Fongern, der Zelt und Bierwagen stellte, der Mühlhäuser Musikservice, der die Tontechnik spendierte und die Anwaltskanzlei Adamaschek.

Müller und Kopf wollten ein Zeichen setzen, gegenüber der Politik, die wahlkämpfenderweise auch brav der Einladung gefolgt war, vor allem aber gegenüber der Bevölkerung. Und auch die ließ sich trotz zahlreicher Parallelveranstaltungen, inklusive der Kirmes in ihren letzten Zuckungen, erfreulich zahlreich auf dem Kornmarkt sehen. Dafür sorgte auch ein populär besetzter Auftakt: Maras April, namentlich Anne-Katrin Hoffmann und René Schlothauer, beide über 10 Jahre Kreismusikschüler, lockten auch viel junges Publikum an. Hoffmann machte klar, warum die beiden angereist waren: "Wenn es die Musikschule mit ihrem breiten Angebot nicht geben würde, würde es auch uns nicht geben."

Doch nicht nur die mit ihrer Teilnahme am Bundesvision Song Contest 2012 bekannt gewordene Band zeigte, was verloren ginge, wenn die Schule tatsächlich die im Haushaltssanierungskonzept des Kreises vorgesehenen Einsparungen von 126.000 Euro vornehmen müsste: Gerade die aktuellen Musikschüler, wie die Jazz-Band, das Gitarren- oder das Querflötenensemble, zeugten auf dem Kornmarkt von den Qualitäten der Musikschule. Und so hofft auch Thorsten Müller: "Vielleicht haben wir ja den einen oder anderen aufgerüttelt."

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