Kreisverwaltung hat 2022 ihren Sitz in der Görmar-Kaserne

Landkreis.  Der Landkreis vier weitere Gebäude auf dem Kasernen-Areal gemietet. Dort sollen in zwei Jahren alle 800 Mitarbeiter untergebracht sein.

2013 zog die Bundeswehr aus der Kaserne ab. Auf dem Areal soll nun 2022 die Kreisverwaltung ihren Sitz haben.

2013 zog die Bundeswehr aus der Kaserne ab. Auf dem Areal soll nun 2022 die Kreisverwaltung ihren Sitz haben.

Foto: Daniel Volkmann

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Nächster Schritt zur Zentralisierung der Kreisverwaltung in der ehemaligen Görmar-Kaserne: Der Landkreis Unstrut-Hainich hat mit der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) einen Mietvertrag über vier weitere weitere Gebäude abgeschlossen.

Landrat Harald Zanker (SPD) und LEG-Geschäftsführer Andreas Krey bezeichneten am Freitag die Vertragsunterzeichnung als bedeutende Etappe. Wie sie informierten, werden die früheren Kasernengebäude in den nächsten drei Jahren für fast zehn Millionen Euro saniert und umgebaut. Unter anderem sollen Aufzüge installiert werden, damit die Verwaltung barrierefrei zu erreichen ist. Zunächst werden zwei Gebäude saniert. Baubeginn soll im Juli sein, erste Einzüge im Herbst 2021. Auch Parkplätze für die insgesamt 800 Mitarbeiter und Besucher werden geschaffen.

Auch Leitstelle und Fachbereiche aus Bad Langensalza ziehen um

Ein Gebäude hat der Kreis bereits seit 2017 von der LEG in der ehemaligen Görmar-Kaserne gemietet, wo unter anderem auch der Landrat sein Büro hat. Dort soll dann Ende 2022 der Unstrut-Hainich-Kreis seinen gesamten Verwaltungssitz haben. Auch die Abteilung Bau und Umwelt und ein Teil des Fachbereichs Gesundheit, die sich derzeit noch in Bad Langensalza angesiedelt sind, ziehen nach Mühlhausen. Ebenso auf das einstige Kasernen-Areal verlegt wird die Rettungsleitstelle, die am jetzigen Standort am Böhntalsweg nicht mehr zu halten sei. Laut Zanker werde der genaue Platz erst bei der Detailplanung geklärt, wo unter anderem auch eine Lösung für den Bürgerservice gefunden werden soll, der derzeit kein Domizil hat.

Die Landesentwicklungsgesellschaft hatte das 35 Hektar große Areal 2014 übernommen, nachdem die Bundeswehr abgezogen war. Von 2015 bis 2017 wurde die einstige Kaserne vorübergehend Erstaufnahmelager für Flüchtlinge. Außer der Kreisverwaltung sind derzeit in der ehemaligen Kaserne vier Firmen ansässig. Laut LEG-Chef Krey soll hinter der Turnhalle ein 13 Hektar großes Industriegebiet entstehen, in das die Landesentwicklungsgesellschaft elf Millionen Euro investieren will. „Vielleicht werden damit auch 2022 fertig“, so Krey. Bisher noch ungeklärt ist die Zukunft des Barbaraheims, für das zunächst noch eine Kosten-Nutzen-Rechnung erstellt werden müsse.

Mit der Vertragsunterzeichnung für die vier Kasernen-Gebäude endet ein langes Hin und Her. Eigentlich sollte das Landratsamt, dessen Verwaltung derzeit an sechs Standorten in acht Gebäuden verteilt ist, bereits 2019 in der Kaserne gebündelt werden. Doch der Landesrechnungshof war eingeschritten, weil er die Wirtschaftlichkeit der Zentralisierung nicht belegt sah. Daher hatte der Kreis die Pläne für den Kauf verworfen und war in Richtung Miete umgeschwenkt.

Mietvertrag hat Laufzeit von 20 Jahren

Unterzeichnet worden war der Vertrag bereits am 27. Dezember. „Es war ein riesen Kraftakt“, sagte Landrat Zanker, der am Freitag auch seinen Mitarbeitern Dank aussprach. Sie mussten aufgrund von Fristen vor Weihnachten mitunter bis lange in der Nacht und an Wochenenden die nötigen Unterlagen bearbeiteten. „Sonst hätten wir noch einmal von vorn beginnen müssen“, so Zanker und Krey.

Der Mietvertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren – ab der Übergabe des letzten Gebäudes. Wie Zanker ankündigte, soll der Umzug ohne jegliche Schließung vonstatten geben. Er ist der Ansicht, dass die Verwaltung durch die Zentralisierung effizienter arbeiten kann. Ob es eine Kantine geben wird, müsse man abwarten. „Derzeit gibt es keine Vertragsverhandlungen“, so der Landrat.

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