Mühlhäuser Schwimmverein trickst bei Baumpflanzaktion

Mühlhausen.  Die Baumspende des Mühlhäuser Schwimmvereins auf dem Freibadgelände am Schwanenteich, ist die Reaktion auf ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Mit diesem Bild sonnte sich der Mühlhäuser  Schwimm- und Gesundheitssportverein um Jörg Walter (Bildmitte) in der Öffentlichkeit.

Mit diesem Bild sonnte sich der Mühlhäuser Schwimm- und Gesundheitssportverein um Jörg Walter (Bildmitte) in der Öffentlichkeit.

Foto: Daniel Volkmann

Die öffentlichkeitswirksam inszenierte Baumspende des Mühlhäuser Schwimm- und Gesundheitssportvereins auf dem Freibadgelände am Schwanenteich ist letztlich die Reaktion auf ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Demnach habe der Verein im Jahr 2018 illegal insgesamt drei Birken auf dem Freibadgelände gefällt und als Brennholz abtransportiert. Die Baumfällung sei ohne eine Genehmigung geschehen, teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

In einem der Redaktion vorliegenden Schreiben der Stadt Mühlhausen an den Verein heißt es in Auszügen:„Sie haben ohne die erforderliche Beantragung drei geschützte Bäume gefällt (…) Die Entfernung dieser Bäume war nicht genehmigungsfähig (…) Einer nachträglichen Beantragung einer Ausnahmegenehmigung wird nicht zugestimmt (…) Sie werden verpflichtet, die entfernten Bäume auf eigene Kosten durch Neuanpflanzung zu ersetzen.“ Laut Verwaltung haben die drei Birken in einem Bereich gestanden, auf den die Baumschutzsatzung zutrifft. Weiter habe der Stammumfang der Bäume deutlich mehr als 50 Zentimeter betragen, die Birken seien gesund gewesen. Durch die Auswertung von Luftbildern und Fotos der Bäume habe man auch Gefahr im Verzug ausschließen können, da auf dem Gelände zum Zeitpunkt der Fällung ohnehin kein Badbetrieb stattgefunden habe. Das Freibad wurde im September dieses Jahres eröffnet.

Bei der Baumpflanzaktion vor etwa zwei Wochen sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Erhard Klaus zu den Kosten von gut 7500 Euro für Pflanzung und Pflege: „Das übernimmt der Verein. Das Geld stammt aus den Spendenaktionen in der Zeit, als der Schwimm- und Gesundheitssportverein noch für das Areal zuständig gewesen ist.“ Die illegale Fällung und das anschließende Verfahren thematisierte der Verein zu dem Zeitpunkt allerdings nicht.

„Ja, es handelt sich bei unserer Pflanzung um die geforderte Ersatzpflanzung“, bestätigt Vereinsvorstand Erhard Klaus nun auf Nachfrage unserer Zeitung und fügt an: „Die Welt lebt von Fake News.“

Auf dem Freibadgelände wurden je zwei Silberahorne und Zitterpappeln sowie drei Spitzahorne und vier gelbe Gleditschien gepflanzt.