Mühlhausen: Menschen in Corona-Zeiten eine Stimme geben

Einige Texte sind bereits eingegangen: Nadia Naji (von links), Heidi Kunstmann und Judith Wiedemann wollen Gedanken und Ideen in Corona-Zeiten an die Öffentlichkeit tragen. 

Einige Texte sind bereits eingegangen: Nadia Naji (von links), Heidi Kunstmann und Judith Wiedemann wollen Gedanken und Ideen in Corona-Zeiten an die Öffentlichkeit tragen. 

Foto: Susan Voigt

Mühlhausen.  Mit der Aktion „Wir hören zu“ will die Awo in Mühlhausen Gedanken und Ideen während der Pandemie sammeln und veröffentlichen.

Mit der Aktion „Wir hören zu“ wollen die Mühlhäuser Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Menschen in der Corona-Pandemie eine Stimme geben. „Wir können die aktuelle Situation nicht verändern, aber wir können da sein und hinhören“, sagt Judith Wiedemann, Bereichsleiterin Jugend, Beratung und Bildung der Awo Mitte-West-Thüringen.

Corona-Blog: Spahn und Ramelow für mehr Freiheiten nach zwei Impfungen - Hausärzte vor Impfstart

Kinder und Erwachsene können aufschreiben, was sie bewegt, was ihnen Sorge oder Hoffnung macht und was beim Durchhalten hilft. „Es soll ein Angebot sein, Gedichte, Texte oder Aussprüche aufzuschreiben, Bilder zu malen, Rezepte oder Freizeitideen zu teilen. Das soll helfen, gemeinsam durch die Zeit zukommen“, erklärt Nadia Naji von der Fachstelle für Migration.

Vor allem Kinder, Jugendliche und auch Migranten seien in der Pandemie zeitweise vergessen worden. Während es Kindergartenkindern zum Beispiel schwer falle, ihre Geburtstage nicht feiern zu dürfen, hätten Jugendliche damit zu kämpfen, quasi abgeschirmt von der Außenwelt im Schulstoff zu bleiben, erklärt die Leiterin des Awo-Kindergartens am Neuen Ufer in Mühlhausen, Heidi Kunstmann. Für Migranten sei die Sprachbarriere wegen geschlossener Behörden und Telefonterminen beinahe unüberwindbar geworden.

„Jeder erlebt gerade seine eigene Krise. Von Einsamkeit bis Überforderung ist alles dabei“, sagt Judith Wiedemann. Das alles in Worte fassen zu können, dabei wolle die Aktion „Wir hören zu“ helfen. Einsendungen sollen dann auch an die Öffentlichkeit getragen werden. Vorstellen können sich die Awo-Mitarbeiterinnen zum Beispiel eine Ausstellung,eine Plakataktion oder ein Musikvideo. „Die Texte sollen dabei inspirieren, was am Ende herauskommt“, sagt Nadia Naji.

Abgegeben werden können Texte und Bilder in allen Awo-Einrichtungen in Mühlhausen und Umgebung oder per Mail an wirhörenzu@awo-mittewest-thüringen.de.