Mühlhausen verschiebt Entscheidung über Vereinshilfen

Mühlhausen.  Anträge über 68.000 Euro von Vereinen, denen Corona Einnahmeverluste bescherte, sind bei der Verwaltung eingegangen. Doch der Hauptausschuss kann nur 50.000 Euro verteilen.

Vereine aller Art – auch die Kirmesgemeinden – haben im Corona-Jahr Geldsorgen. Dafür hatte der Stadtrat einen Fördertopf gebildet.

Vereine aller Art – auch die Kirmesgemeinden – haben im Corona-Jahr Geldsorgen. Dafür hatte der Stadtrat einen Fördertopf gebildet.

Foto: Alexander Volkmann

Der Hauptausschuss des Stadtrats hat die Entscheidung über die Corona-Hilfen für die Vereine Mühlhausens verschoben. Eine Stunde lang war nicht öffentlich diese Beschlussvorlage vorberaten worden, vorgesehen waren 30 Minuten. Im mit fünf Minuten wohl kürzesten öffentlichen Teil einer Hauptausschusssitzung verkündete der Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD): Das Thema ist vertagt. Noch im Dezember soll es, nach einigen Nachschärfungen, eine außerordentliche Sitzung des Hauptausschusses geben und damit eine Entscheidung über die Zuschüsse.

50.000 Euro will Mühlhausen nach einem Stadtratsbeschluss vom Juli für von Corona geschädigte Vereine bereitstellen. Voraussetzung ist, dass sie nachweisen können, durch die Pandemie finanziell in Schieflage gekommen zu sein.

50.000 Euro – das ist halb so viel, wie die Fraktion aus CDU und Freien Wählern ursprünglich ausschütten wollte. Thomas Ahke (Freie Wähler) hatte im Sommer beantragt, dass Sportvereine bis zu 750 Euro, andere Vereine bis zu 400 Euro bekommen können. Zudem wollte er das den acht Ortsteilen zur Verfügung stehende Budget um 75 Prozent erhöhen. Wegen ausgefallener Feste seien vielen Vereinen Einnahmen weggebrochen, begründete Ahke. Die Anträge auf Unterstützung bei der Kompensation der Corona-Schäden mussten die Vereine bis Ende September stellen.

Der Topf war deutlich überzeichnet. 29 Sport-, Sozial-, Feuerwehr- und Gartenvereine beantragten rund 56.500 Euro. Zudem hat die Verwaltung laut Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) über den Vorstand des Traditionsvereins die Kirmesgemeinden angesprochen. Anträge über 12.000 Euro kamen aus diesem Bereich zusammen, so dass die Verwaltung die Zuschüsse der anderen Vereine auf 38.000 Euro „kürzte“, um den Kirmesgemeinden 12.000 Euro zukommen zu lassen. Doch der Hauptausschuss des Stadtrats ging diesen Weg nicht mit. Insgesamt hatten 39 Vereine einen Antrag gestellt. Nach der Verwaltungsvorlage sollten auch alle bedacht werden.