Mühlhausens 3K-Geschäftsführerin: „Wir haben vielfach ins Nichts gearbeitet“

Claudia Bachmann
Carmen Grunwald (rechts) – hier mit ihren Kolleginnen Diana Floetenmeyer (links) und  Lea Beubler – hofft sehr auf eine Perspektive für die Theater- und die kreative Arbeit.

Carmen Grunwald (rechts) – hier mit ihren Kolleginnen Diana Floetenmeyer (links) und Lea Beubler – hofft sehr auf eine Perspektive für die Theater- und die kreative Arbeit.

Foto: Daniel Volkmann

Mühlhausen.  Mühlhausens 3K-Geschäftsführerin Carmen Grunwald sieht in digitalen Proben keine Alternative für den Schauspielnachwuchs.

Der Wechsel in die Welt des Digitalen kann die Arbeit der 3K Theaterwerkstatt in Mühlhausen nicht auffangen. In deren Räumen „Unter der Linde“ wird nicht nur Theater gespielt, es wird auch kreativ gearbeitet.

Normalerweise.

Auf das Problem wies Mitgeschäftsführerin Carmen Grunwald während einer Diskussionsrunde hin, zu der Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) Vertreter aus dem Unstrut-Hainich-Kreis auf ihrer digitalen Thüringen-Tour eingeladen hatte. Besonders hart habe es die Kindergruppe getroffen, die seit November wegen der Corona-Bestimmungen nicht gemeinsam proben könne. „Die Probenarbeit kann digital nicht mehr aufgefangen werden“, sagt Grunwald und verweist auf die Eltern, die in Zeiten des Homeschoolings ihre Kinder schon genug vor dem Rechner sitzen sehen, und auf die Kinder, denen zunehmend auch die Lust auf digitale Angebote fehlt. Sie sind schlichtweg übersättigt.

Die Jugendgruppe der Theaterwerkstatt dagegen verlege ihre Proben weiter in den digitalen Raum. „Wir müssen unbedingt wieder in den direkten Kontakt. Unsere Arbeit lebt von der Kommunikation, digitale Proben dürfen kein Dauerzustand sein“, sagt Grunwald. Direkt miteinander proben dürfen nur die Angestellten des Vereins. Doch auch denen falle es zunehmend schwer, Angebote zu erarbeiten und zu proben. „Wir haben in den vergangenen Monaten vielfach ins Nichts gearbeitet, das fällt zunehmend auch den Erwachsenen schwer.“

Derzeit prüfe der Verein, ob sich Veranstaltungen auch auf dem Hof hinter der Kilianikirche durchführen lassen. Man wolle eine Probe nutzen, um den Einfluss der nahen Bundesstraße festzustellen. Damit könne man wieder spielen, wenn Kultur im Freien möglich ist. In der Kirche selbst gab es – mit Hygienekonzept – 40 Plätze. Ein Drittel der Kapazität des Normalbetriebs.