Mülverstedter sammeln Unterschriften für Chaussee-Erhalt

Mülverstedt.  Ehepaar will, dass die Triftchaussee im Nationalpark Hainich in den alten Zustand versetzt wird. Sie soll jedoch entsiegelt werden.

Christel Koselack ärgert sich, dass die Triftchaussee auf dem Schotterstück aufgebrochen wurde.

Christel Koselack ärgert sich, dass die Triftchaussee auf dem Schotterstück aufgebrochen wurde.

Foto: Jürgen Koselack

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Für den Erhalt der Triftchaussee im Nationalpark Hainich haben die Mülverstedter Christel und Jürgen Koselack eine Unterschriftenaktion gestartet. Denn auf einer Strecke von mehr als einem Kilometer wurde der Weg aufgebrochen. Für die Koselacks ist das „Zerstörung“. Sie fordern, dass der Weg wieder in seinen alten Zustand versetzt wird.

Hundert Jahre alte Chaussee wurde von Radfahrern und Wandern gern genutzt

Wegen des Hainichs war Jürgen Koselack (73) mit seiner Frau Christel (69) vor vier Jahren vom brandenburgischen Zehdenick nach Mülverstedt gezogen. Er stammt aus Bad Langensalza und beide lieben die Natur. „Man braucht nicht in den Urlaub, wenn man den Hainich hat“, sagen sie. Jede Woche wandern sie im Nationalpark oder fahren Rad. Als sie kürzlich bei einem Spaziergang entdeckten, dass die Triftchaussee auf dem Schotterstück mit schwerem Gerät beackert wurde, trauten sie kaum ihren Augen. Denn der Weg, der auch von anderen Wandern genutzt wird, ist ihre Lieblingsstrecke.

„Der Weg ist mehr als hundert Jahre alt“, sagen die Koselacks. Dass er nicht mehr genutzt werden soll, nennen sie „unverschämt“. Beide berufen sich auf das Gewohnheitsrechts, welches ihrer Meinung nach hier gilt.

Nationalparkleiter Manfred Großmann kann die Kritik nicht verstehen. Wie er sagt, sei die Triftchaussee, die auch Ihlefelder Chaussee genannt wird, seit 2010 im Nationalparkplan verankert. Ziel sei es, die Fläche zu entsiegeln, damit die Natur das Areal zurückerobert. Denn die Triftchaussee war laut Großmann nie Teil des Besucherwegenetzes im Nationalpark. Auch stelle der Rückbau die Erreichbarkeit des Ihlefeldes nicht infrage, von Mülverstedt aus gelange man weiter über Brunstal oder den Rüspelsweg dorthin.

Einem Kritikpunkt will Großmann jedoch nachgehen. Bäume wurden gefällt, um Wanderer und Radfahrer zu hindern, den Weg weiter zu benutzen. Laut Großmann lautete lediglich der Auftrag, abgestorbene Bäume zu verwenden.

Den Koselacks reicht das nicht, sie erwägen Anzeige zu erstatten.

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