Museum in Großmehlra will mehr Schulklassen erreichen

Obermehler.  Das Heimat-und Technikmuseum in Großmehlra ist der nun dritte Partner des Landkreises und bietet Unterricht am anderen Ort.

Die alte Post ist für Kinder immer ein besonderer Anziehungspunkt, sagt Ringo Schäfer, der Vorsitzende des Trägervereins des Heimat- und Technikmuseums Mehler in Großmehlra. In den kommenden Monaten will man sich als Ort von besonderen Unterrichtsstunden etablieren (Archiv-Foto).

Die alte Post ist für Kinder immer ein besonderer Anziehungspunkt, sagt Ringo Schäfer, der Vorsitzende des Trägervereins des Heimat- und Technikmuseums Mehler in Großmehlra. In den kommenden Monaten will man sich als Ort von besonderen Unterrichtsstunden etablieren (Archiv-Foto).

Foto: Sascha Willms

Als Museum zum Anfassen möchte das Heimat- und Technikmuseum aus Großmehlra noch mehr in das Blickfeld der Schulklassen rücken. Jetzt unterschrieben Ringo Schäfer, seit sechs Jahren der Vereinsvorsitzende, und Landrat Harald Zanker (SPD) einen Vertrag, nachdem das Museum Vertragspartner des beim Projekt „Kinderfreundlicher Landkreis“ angesiedelten Angebots „Lernen am anderen Ort“ wird.

Zwei Aktionen halten die Mehlerschen bereit. Es geht um den Weg, den das Korn zurücklegt, bis es als Brot und Brötchen im Einkaufsbeutel landet; und es geht um die Wirkungsweise einer Dampfmaschine. Die Kinder sollen derartige Maschinen selbst mittels Modellbaukästen bauen.

Wenn es heißt „Vom Korn zu Brot und Brötchen“ geht es auch darum, Kinder backfertig zu machen. So soll das Projekt mit dem Bemalen von Bäckerschürze und Brotbeutel beginnen, ehe das Mehl gemahlen wird. Zum Backen dient ein Steinofen, über dessen Qualität die Mehlerschen Backfrauen nur so schwärmen, auch wenn er eine Woche lang angeheizt werden muss. Das Backprojekt ist laut Katrin Vogler, die im Landratsamt für derartige Kooperationen verantwortlich ist, für Erst- bis Fünftklässler geeignet.

Zwei Bäckerinnen und eine leidenschaftliche Konditorin

Der Verein stützt sich für die Kooperation auf die rund 40 Mitglieder, aber auch auf verschiedene Freunde, die sich ohne Vereinsausweis einbringen. In den eigenen Reihen hat man – passend zum Brotprojekt – zwei Bäckerinnen und eine leidenschaftliche Konditorin. „Überhaupt sind bei uns im Verein fast alle handwerklichen Gewerke vertreten“, sagt Schäfer, der mit den Angeboten im Museum auch das Interesse an der handwerklichen Tätigkeit wecken möchte. Schon in der Vergangenheit zog es Schulklassen und Hortgruppen nach Mehler, auch der Landkreis nutzte und nutzt es für Ferienangebote.

Seit gut 20 Jahren gibt es das Museum, das sich in den vergangenen Jahren davon entfernt hat, eine lose Sammlung zu sein. Es wird zunehmend thematisch gearbeitet – mit verteilten Verantwortlichkeiten. Noch in diesem Jahr soll ein Waschsalon entstehen. Die Exponate hat man zusammen – von der Badewanne bis zur Industriewaschmaschine.

Das Museum in Obermehler ist das dritte Angebot für „Lernen am anderen Ort“. Jedem Angebot stehen bis zu 30.000 Euro im Kreishaushalt zu – vor allem für Sachmittel und Honorare von Kursleitern. 2019, dem ersten des auf drei Jahre angelegten Pilotprojekts, haben nach Auskunft von Katrin Vogler – sie ist Projektverantwortliche – die Theaterwerkstatt 3K gut 18.500 Euro und die Mühlhäuser Museen knapp 23.000 Euro abgerufen.

Schullandheim soll ein besonderer Lernort werden

Im vergangenen Jahr nahmen rund 100 Schüler bei „Lernen am anderen Ort“ in den Mühlhäuser Museen teil. Es gab zwei Comic-Workshops zur Schau „Von Einhörnern und Drachentötern“ und zu Thomas Müntzer, außerdem wurde ein Audio-Guide für „Luthers ungeliebte Brüder“ erstellt sowie ein Kinderkunstführer. Themen bei 3K waren die Performance zum Mauerfall der Schüler des Tilesius-Gymnasiums und theaterpädagogische Angebote zu Prometheus und Robin Hood.

Insgesamt über 1400 Schüler nahmen 2019 an den Theaterprojekten von 3K teil. Allein aus dem Mitmachtheater an fünf Grundschulen ergibt sich die hohe Zahl. Auch das Schullandheim am Mühlhäuser Stadtwald soll nach dessen millionenschwerer Sanierung als besonderer Lernort bereitstehen.