Nach Unfall bei Lengefeld: Mutter und Kinder außer Lebensgefahr

Lengefeld  Großaufgebot von Rettungskräften rückt aus am ersten Tag eines neuen Arbeitssystems in der Leitstelle im Unstrut-Hainich-Kreis.

Mutter und Tochter wurden eingeklemmt und schwer verletzt. Ihre Befreiung dauerte fast eineinhalb Stunden.

Mutter und Tochter wurden eingeklemmt und schwer verletzt. Ihre Befreiung dauerte fast eineinhalb Stunden.

Foto: Alexander Volkmann

Nach dem schweren Verkehrsunfall am Freitagnachmittag nahe Lengefeld im Unstrut-Hainich-Kreis gibt es eine gute Nachricht. Die Fahrerin des verunglückten Autos sowie ihre Tochter sind außer Lebensgefahr, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte. Es gehe den drei Verunglückten, darunter auch der Sohn in Kindergartenalter, der weniger schwer verletzt wurde, den Umständen entsprechend gut.

Zwei Schwerstverletzte nach schwerem Unfall bei Lengefeld

Es waren dramatische Szenen, die sich am Freitag abspielten. Nachdem das Auto in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abkam, gegen einen Baum prallte und im Straßengraben landete, wurden Mutter und Tochter auf den Vordersitzen eingeklemmt. Die Fahrerin selbst wählte den Notruf, konnte aufgrund ihrer Verletzungen aber keine konkreten Angaben zum Unfallort machen.

Zudem war eine Ortung, die dank moderner Handys möglich ist, in diesem Fall schwierig, was die Arbeit des Disponenten in der Rettungsleitstelle erschwerte. Andere Autofahrer waren als Ersthelfer vor Ort. Der Junge wurde von einer anderen Autofahrerin bis zum Eintreffen der Rettungskräfte versorgt.

Ein Großaufgebot war nach der Alarmierung gegen 14.40 Uhr zur Unfallstelle geeilt. Die Feuerwehren aller Ortsteile der Gemeinde Anrode sowie Berufsfeuerwehrleute aus Mühlhausen waren im Einsatz. Sie sperrten die Zufahrten ab, leuchteten den Einsatzort aus und sicherten den Hubschrauberlandeplatz ab. Unter Leitung der beiden Notärzte übernahmen die Besatzungen von drei Rettungswagen aus dem Unstrut-Hainich-Kreis und einem weiteren aus dem Landkreis Eichsfeld sowie die des Rettungshubschraubers „Christoph 37“ aus Nordhausen die medizinische Versorgung der beiden eingeklemmten Personen.

Der Junge wurde ins Krankenhaus nach Mühlhausen gebracht. Fast eineinhalb Stunden lang dauerte die Bergung der Mutter und ihrer Tochter. Grund: Das Fahrzeug war durch die Wucht des Aufpralls so verformt, dass eine sichere Bergung sehr aufwendig war. Das Mädchen wurde mit dem Hubschrauber in eine Klinik nach Erfurt geflogen, die Mutter kam per Rettungswagen nach Mühlhausen.

Zwei Schwerstverletzte nach schwerem Unfall bei Lengefeld
Zwei Schwerstverletzte nach schwerem Unfall bei Lengefeld

Der Hubschrauber sei wegen des Bedarfs eines zweiten Notarztes, aber auch vor dem Hintergrund der Auslastung des Hufeland-Klinikums und der Situation auf der dortigen Intensivstation zum Einsatz gekommen. Damit wurde der schnelle Transport in ein anderes Krankenhaus sichergestellt.

Die Notfallseelsorge des Diakonischen Werkes Eichsfeld-Mühlhausen übernahm die psychologische Betreuung der Ersthelfer sowie einiger Feuerwehrleute. Auch für die auszubildenden Notfallsanitäter in den Rettungswagen sei das ein schwerer Einsatz gewesen, wie er glücklicherweise nur selten vorkomme, sagt Andreas Meyer, der Leiter des Rettungsdienstes beim Roten Kreuz in Mühlhausen. „Wir haben den Unfall im Team besprochen und ausgewertet“, sagt er. Das sei eine hilfreiche psychologische Maßnahme und Standard bei der Nachbereitung derartiger Einsätze.

Der Unfall ereignete sich an Tag eins eines länger geprobten und nun eingeführten Systems, mit dem die Leitstelle des Unstrut-Hainich-Kreises flexibler auf Ereignisse reagieren kann. Man habe dabei zusätzliche Stichworte für die Disponenten eingeführt und orientiere sich damit an der Leitstelle im Eichsfeldkreis, erläutert Kreisbrandinspektor Florian Krieg. Damit werde die Zusammenarbeit der beiden Leitstellen ausgebaut.