Plan der Kreisverwaltung: 2025 schließt im Unstrut-Hainich-Kreis diese Schule

Claudia Bachmann
| Lesedauer: 3 Minuten
Ab Sommer 2025 sollen im Seiler-Gymnasium in Schlotheim am Rande des Unstrut-Hainich-Kreises keine Stühle mehr verrückt werden.

Ab Sommer 2025 sollen im Seiler-Gymnasium in Schlotheim am Rande des Unstrut-Hainich-Kreises keine Stühle mehr verrückt werden.

Foto: Daniel Volkmann

Schlotheim.  Die Kreisverwaltung will im Sommer 2025 ein Gymnasium im Unstrut-Hainich-Kreis schließen. Die Auswirkungen werden bereits jetzt zu spüren sein. Das ist geplant.

Mit dem Beginn des Schuljahres 2025/26 gibt es im Unstrut-Hainich-Kreis ein Gymnasium weniger. Das tut die Kreisverwaltung in einem von Landrat Harald Zanker (SPD) unterzeichneten Schreiben an Eltern von Viertklässlern der staatlichen Grundschule Schlotheim kund. Ältere Schüler wurden am Montag noch nicht direkt informiert, nur indirekt durch das an die Viertklässler gerichtete Schreiben, das sich im Raum Schlotheim Montagabend eilig verbreitet hat.

Darin heißt es, dass der Landkreis als Schulträger beabsichtigt, das Seiler-Gymnasium in Schlotheim zum Schuljahresende 24/25 zu schließen. Bereits in diesem Jahr sei keine Anmeldung von Fünftklässlern mehr möglich.

Das Seiler-Gymnasium erfüllt bereits seit einigen Jahren nicht die Vorgaben des Thüringer Schulgesetzes. Danach sollen Gymnasien durchgängig mindestens zweizügig sein, soll jede Klasse aus mindestens 20 Schülern bestehen.

Zu wenige Schüler für zwei Klassen je Jahrgang

Auch wenn laut Prognose ein minimaler Anstieg in den Schülerzahlen zu erkennen ist, werde dennoch die erforderliche Schülerzahl pro Klasse nicht erreicht. In der Schulnetzplanung wird für die Schuljahre 2024/2025 sowie 2029/2030 und 2034/2035 jeweils von 250 Schülern ausgegangen. Zum Vergleich: 2013/14 waren es 362. Die Schüler kommen zu zwei Drittel von den Grundschulen aus Schlotheim und Ebeleben (Kyffhäuserkreis), zu einem Sechstel auch aus Körner.

Der Landkreis sei als Schulträger verpflichtet, regelmäßig die Wirtschaftlichkeit und Personal-Ressourcen zu prüfen. Bereits im aktuell geltenden Schulnetzplan vom März 2020 wird das Seiler-Gymnasium als „dauerhaft nicht aufrecht zu erhalten“ benannt. Es sei, ist dort zu lesen, „zwingend erforderlich über Schulkooperationsmodelle nachzudenken, um den Schulstandort zu sichern“.

Die Entscheidung tut die Verwaltung kund, noch bevor der Kreistag Anfang März dazu wieder zusammenkommen kann. Das ist eine Parallelität zum Vorgehen bei der geplanten Schließung des Förderzentrums in Bad Langensalza, die bereits für das Ende dieses Schuljahres im Raum steht. Dort hatte sich in den vergangenen Tagen bereits Protest formiert, ist eine Unterschriftensammlung in Gang gebracht worden. Auch in Schlotheim wird jetzt nach Möglichkeiten des Protests gesucht.

Am Montag nächster Woche sollen die Mitglieder des Bildungsausschusses zusammenkommen, dann steht das Thema erstmals auf der Tagesordnung.

In Schlotheim waren sich sowohl das Gymnasium als auch die Stadt einer möglichen Schließung bewusst und entwickelten in den vergangenen Jahren verschiedene Ideen, um sich zu profilieren und von anderen Schulen abzuheben. So war angestrebt, ein Handwerker-Abitur anzubieten, um über die Region hinaus attraktiv zu sein. Das allerdings konnte – wie die Kooperationsbemühungen – nicht umgesetzt werden. Der Schlotheimer Stadtrat verabschiedete 2019 eine Willensbekundung, die drei Schulformen – Grund- und Regelschule sowie Gymnasium – mithilfe des Campusmodells zu erhalten. Und er forderte, eine Busverbindung, um Kindern aus Kleinwelsbach und Bothenheilingen den Besuch der Schlotheimer Schulen zu ermöglichen.