Reisebüros vor extrem schweren Zeiten

Landkreis.  Momentan besteht die Arbeit nur noch aus Stornierungen. Zwei Beispiele aus Mühlhausen und Bad Langensalza.

Manuela Edelmann vom Mühlhäuser First Reisebüro am Obermarkt. Auch hier werden zur Zeit nur noch Stornierungen bearbeitet.

Manuela Edelmann vom Mühlhäuser First Reisebüro am Obermarkt. Auch hier werden zur Zeit nur noch Stornierungen bearbeitet.

Foto: Daniel Volkmann

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Das Oster- und Pfingstgeschäft fällt komplett weg. Egal ob Wellnessreisen, Kurzurlaube oder Städtetrips – bis einschließlich 30. April würden die meisten Reiseveranstalter vorerst ihr gesamtes Reiseprogramm aussetzten, sagt Christian König. Der Inhaber des Tui-Reisecenters in Bad Langensalza ist wie alle seine Branchenkollegen von den Folgen der Corona-Krise besonders hart betroffen. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog

Manche Kunden hätten ihre gebuchte Reise Mitte März noch angetreten, da es anfangs noch nicht überall Reisebeschränkungen gab. Ein meist unfreiwillig kurzes Intermezzo: „Viele der Hotels mussten in dieser Zeit schon auf eine Notverpflegung umsteigen. Für uns war es das Wichtigste, die Leute so schnell wie möglich zurückzuholen“, berichtet König. Er sei froh, dass seine Kunden alle wohlbehalten heimgekehrt wären.

Die Reisenden schnellstmöglich zurückzubringen, das stand auch für Andrea Klippstein an erster Stelle. Anfang dieser Woche seien die letzten Urlauber – ein Ehepaar aus Kenia – wieder zurückgekommen, sagte die Leiterin des Tui-Reisebüros in Mühlhausen. Seit einer Woche ist ihr Geschäft geschlossen. „Aber telefonisch oder per Mail sind wir immer erreichbar und versuchen, die Kunden so gut es geht zu beraten.“

Im Moment habe sie mehr als genug damit zu tun, die stornierten Reisen zu bearbeiten. Die Kosten für den gesamten Ausfall gehen laut Klippstein ins Unermessliche. Für zwei Mitarbeiter habe sie Kurzarbeitergeld beantragt, einen habe sie entlassen müssen. Ihre derzeitigen Einnahmen: null. Das komplette Frühjahrsgeschäft breche weg und auch für den Sommer werde es nicht besser aussehen. Monatelange Vorarbeit sei umsonst gewesen.

Auch Christian König ist überzeugt, dass die Krise nicht ohne langfristige Folgen bleibt. Für seine Mitarbeiter hat auch er Kurzarbeitergeld beantragt. „Noch haben wir eine Menge damit zu tun, die Stornierungen zu bearbeiten, aber das wird dann sukzessive weniger“, so König.

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