Ruhewald in der Vogtei auf der Kippe?

Vogtei.  Die Umsatzbeteiligung der Gemeinde am geplanten Ruhewald der Laubgenossenschaft ist weiter Streitpunkte

Bei Bad Sachsa im Harz gibt es seit vielen Jahren einen Friedwald. In Thüringen gibt es bislang zwei, der dritte in der Vogtei ist geplant.

Bei Bad Sachsa im Harz gibt es seit vielen Jahren einen Friedwald. In Thüringen gibt es bislang zwei, der dritte in der Vogtei ist geplant.

Foto: Alexander Volkmann

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Es gibt immer noch keine Entscheidung über die Verträge zwischen der Gemeinde Vogtei und der Laubgenossenschaft Niederdorla zum Ruhewald, den die Waldbesitzer einrichten wollen (diese Zeitung berichtete). Erneut waren die Vertragsbedingungen Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Jetzt sollen drei Gemeinderäte, die von den Fraktionen vorgeschlagen wurden, und der Bürgermeister mit den Waldbesitzern erneut verhandeln – auch, damit alle Beteiligten zeitnah informiert sind und man möglichst schnell zu einer Lösung komme. Nach den ursprünglichen Plänen sollte der Ruhewald bereits eröffnet sein.

Der Vorstand der Laubgenossenschaft wolle den Vertrag, den die Gemeinde vorgeschlagen hatte, nicht unterschreiben, sagte Bürgermeister Christian Hecht (parteilos) nach der Sitzung. Die finanzielle Beteiligung der Gemeinde ist einer der Streitpunkte. Die Verwaltung schlug einen Sockelbetrag von 25.000 Euro jährlich vor; erst wenn der überschritten sei, werde die Gemeinde am Umsatz beteiligt. Doch das lehnen die Waldbesitzer laut Hecht ab. Laubgenossenschaften dürfen in Thüringen nicht selbst Friedhöfe betreiben, diese Aufgabe obliegt Kommunen oder der Kirche.

„Mit unseren Friedhöfen kommen wir unserer Pflicht nach“, erklärte Hecht. Einen kommunalen gibt es in Oberdorla, die Kirche hat jeweils einen in Langula und Niederdorla. Der Ruhewald sei ein Zugeständnis an die Laubgenossen. Aber es handle sich um einen rechtlichen Spagat, hier eine Lösung zu finden. Denn eigentlich wolle die Gemeinde bei dem Projekt lieber komplett außen vor sein, was kommunalrechtlich aber nicht möglich ist.

Ob und wann der dritte Ruhewald Thüringens überhaupt noch realisiert werden kann, ist fraglich. Dabei sind die wesentlichen Arbeiten bereits erledigt. Der Parkplatz wurde erweitert, ein Weg hin zu den Bäumen, an deren Wurzeln die Urnen in die Erde kommen sollen, befestigt. 150 Bäume wurden ausgesucht, die sich als Begräbnisorte eignen.

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