Schließzeit wird für Reparaturen genutzt

Mühlhausen.  Die Generalsanierung der Thüringentherme in Mühlhausen ist für 2023 geplant. Umsetzbar ist sie nur mit Fördermitteln.

In der Mühlhäuser Thüringentherme wird die Zeit während Corona genutzt um Reparaturen durchzuführen. Mitarbeiter Marvin Stange rollt die Bahnbegrenzung zusammen.

In der Mühlhäuser Thüringentherme wird die Zeit während Corona genutzt um Reparaturen durchzuführen. Mitarbeiter Marvin Stange rollt die Bahnbegrenzung zusammen.

Foto: Daniel Volkmann

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Die Thüringentherme am Lindenbühl in Mühlhausen zieht in diesen Tagen einen Teil ihrer jährlichen Revision vor. Die ist für gewöhnlich in der Nach-Kirmeswoche angesiedelt, also Ende August oder Anfang September. Nun wird die Corona-bedingte Schließzeit genutzt. Dabei werden Fliesenarbeiten erledigt – im nach außen führenden kleinen Becken, im Außenbecken und im Saunabecken. Darüber hinaus läuft derzeit die Reinigung der Fliesen und der Fußböden. Die Temperatur ist bereits etwas herunter geregelt. Das üblicherweise auf 28 bis 34 Grad erhitzte Wasser ist nun 25 Grad warm, genauso warm wie die Luft. Deren Temperatur liegt sonst bei 32 Grad. Die Temperatur weiter herunter zu regeln, das geht nicht, sagt Fromm. Denn dann nehmen die Dehnungsfugen Schaden und lassen Wasser entweichen. Mit den derzeitigen Arbeiten brauchen die Wirtschaftsbetriebe wohl „nicht zu 100 Prozent“ die Revisionszeit im Herbst. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog

Ab April sollen einige Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen

Die 50 Mitarbeiter bummeln nach Aussage von Marin Fromm, dem Chef der Wirtschaftsbetriebe, die das Bad betreiben, Überstunden ab, nehmen alten und auch schon neuen Urlaub. Ab April werden allerdings die ersten in Kurzarbeit gehen müssen, sagt Fromm. Viel ist dann in der Therme nicht zu tun, allerdings muss täglich zweimal die Technik kontrolliert werden.

Bereits jetzt laufen die Planungen für das neue Ausbildungsjahr. Die Wirtschaftsbetriebe wollen für die Therme erstmals einen Mechatroniker einstellen, einen Facharbeiter für Bäderbetriebe, dazu einen Koch und einen Kellner für das Restaurant in der Thüringentherme sowie einen Kaufmann für Freizeit und Tourismus.

Mit etwa 250.000 Besuchern jährlich rangiert die Thüringentherme auf Platz drei der Hallenbäder im Freistaat Thüringen, nach Rudolstadt und Jena, weiß Martin Fromm. Im Frühjahr sei dabei immer Hochsaison, bedingt auch durch die Osterferien. Die besucherträchtigsten Monate seien Januar und Februar sowie der Juli.

Fast 200 Jahre alt ist die Geschichte der Mühlhäuser Hallenbäder, angefangen mit der Badeanstalt von Johann Christian Jeske 1822 am Lindenbühl. Nach der politischen Wende 1989/90 erfolgte der Neubau am alten Standort.

Vor 23 Jahren wurde die Thüringentherme am Lindenbühl eröffnet. Dass sie, wie alle öffentlichen Erlebnisbäder im Freistaat, ein Zuschussgeschäft ist, ist kein Geheimnis. In Mühlhausen schultern die Stadtwerke die jährlich etwa 800.000 Euro Defizit.

Allerdings ist das Mühlhäuser Bad auch das einzige, das beim Bau vom Land nicht finanziell gefördert wurde, erklärt Fromm. Die Rückzahlung des Kredites von 1,2 Millionen Euro jährlich läuft Ende 2020 aus.

Für 2023 sei eine umfassende Sanierung der Flächen im Badbereich geplant.

Etwa 1000 Quadratmeter Fliesen würden dann ausgetauscht. Zum einen, weil die Fugen nicht mehr überall richtig dicht seien, so Fromm, zum anderen auch, weil die Anti-Rutsch-Beschichtung mittlerweile verschlissen sei.

Für die Sanierung müsste das Bad für einige Monate komplett geschlossen werden. Beim Freistaat sei ein Fördermittelantrag über 18 Millionen Euro betragt. Kommt das Geld nicht, müssen nach Aussage von Fromm die Arbeiten gestreckt werden.

Die Therme in Bad Langensalza wird derzeit für 15 Millionen Euro saniert.

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