Schneekönigin-Musical bestach mit Licht und Glanz

Die Chemnitzer Firma Bella Donna Production gastierte während der Deutschland-Tournee erstmals in Mühlhausen. Sie führte "Die Schneekönigin" als Musical auf.

Eiseskälte ging von der Schneekönigin, gespielt von Andrea Gerhard, aus. Fotos: Michael Fiegl

Eiseskälte ging von der Schneekönigin, gespielt von Andrea Gerhard, aus. Fotos: Michael Fiegl

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Mühlhausen. Mit einer farbenfrohen Adaption des Märchens "Die Schneekönigin" von Hans Christian Andersen wartete die junge Schauspielerin und Sängerin Laura Niepold im Schwanenteichsaal auf. In ihrer erst fünf Jahre alten Chemnitzer Firma "Bella Donna Production" vereint sie lauter junge Musical-Talente, die wegen ihres Alters auch in Mühlhausen bald den Draht zum Publikum fanden. Dabei hielt sich das Musical eng an den Märchenstoff des berühmten dänischen Schriftstellers und fügte mit den Liedern aus Niepolds Feder und den von Choreografin Isabelle Weh eingeprobten Tänzen ein paar erfrischende Nuancen hinzu.

Der Inhalt sei hier kurz wiedergegeben: Mit einem Zauberspiegel wollte die Schneekönigin, gespielt von der erfahrenen Hamburger Schauspielerin Andrea Gerhard, als Sinnbild des Winters, Macht über die anderen Jahreszeiten erlangen.

Der Spiegel zerbrach jedoch in tausend Stücke und ein Splitter traf den jungen Kai, von dem jungen Absolventen Dominik Bönning überzeugend verkörpert, ins Herz. Dessen Liebe zu Freundin Gerda, diese Hauptrolle spielte die Musicalproduzentin Laura Niepold selbst, erkaltete daraufhin. Kai folgte der Schneekönigin in ihren Palast und musste dort den Spiegel wieder zusammensetzen.

Gerda, die Kai über die Maßen liebte, folgte seiner Spur. Über den Frühling - in dieser Rolle bekam mit Sarah Kluge ein weiteres junges norddeutsches Musical-Gesicht einen Gastauftritt. Über den Sommer - diese Rolle war der ebenfalls aus Hamburg stammenden Kim Berger wie auf den Leib geschneidert. Und über den Herbst - der mit Charlotte Albrecht als "Räuberhauptmännin" besetzt worden war, die schon bei mehreren Musiktheatern und Fernsehproduktionen mitgespielt hat. Bis zum Winter.

Sommerprinzessin als dankbare Helferin

Unterwegs versuchte die Schneekönigin sie durch Zauberei immer wieder aufzuhalten. Doch dank ihrer Freunde, den etwas tollpatschigen Raben Clara (Leonie Fuchs) und Karl (Georg Raisch) und den zwei roten Rosen, fand Gerda immer wieder auf ihren Weg zurück.

Auch die Sommerprinzessin erwies sich als eine dankbare Helferin. Sie machte Gerda erst einmal zu einer richtigen Prinzessin und feierte mit ihr und ihren Freunden eine Sommernachtsparty. Alle tanzten den fröhlichen Sommertanz mit ihr.
So kam sie wieder auf gute Gedanken und schöpfte neue Kraft. Zum Schluss der Szene half auch der Tanz der Schneeflocken nicht. Als Gerda ihren Kai innig küsst, schmilzt sein vereistes Herz, beide sind wieder vereint. Die Schneekönigin muss sie ziehen lassen.

Die älteren unter den jungen Zuschauern fanden das Musical durch die Bank klasse und tanzten dann noch mit dem Ensemble gemeinsam den Sommertanz. Die Kleinsten machten nach der Hälfte der Zeit schon schlapp und fragten, ob denn nicht bald Schluss sei. Aber deren Eltern waren durch die Altersempfehlung "ab fünf Jahre" gewarnt. Den Auftritt der Schneekönigin fanden die meisten am schönsten, obwohl sie doch das Böse verkörpert.

Doch durch ihr prächtiges Kostüm, die glitzernde Krone, blendendes Licht und viel Dampf aus der Nebelmaschine vermochte sie, die meisten Kinder in ihren Bann zu schlagen.