Schulumbau in Herbsleben geht mit Abriss des Horts weiter

Herbsleben.  Herbsleben schreibt den Schulnetzplan weiter und will damit auch der demografischen Entwicklung entgegenwirken.

Die Schule in Herbsleben hat aktuell Platzprobleme und wird deshalb derzeit erweitert.

Die Schule in Herbsleben hat aktuell Platzprobleme und wird deshalb derzeit erweitert.

Foto: Sabine Spitzer

Mit dem neuen Schulnetzplan hat die Gemeinde Herbsleben den Grundstein für die weitere Zukunft der Gemeinschaftsschule gelegt. Demnach sollen zunächst die Sanierung und die Erweiterung vorangetrieben werden. Kinder aus Herbsleben und Nachbarorten sollen dadurch weiter wohnortnah lernen können. Ziel ist auch, durch die Schule der demografischen Entwicklung im Ort entgegenzuwirken.

Schulhof und Mensa bereits neu gestaltet

350 Schüler besuchen derzeit die Einrichtung. Mit dem aktuellen Schuljahr ist der Aufbau einer Gemeinschaftsschule von Klasse eins bis zehn erreicht. Weil dadurch in den vergangenen Jahren die Schülerzahlen gewachsen waren, hatte die Gemeinde die Erweiterung beschlossen.

Einige Modernisierungsarbeiten sind bereits umgesetzt. Dazu gehören unter anderem die Neugestaltung des Schulhofs und die Sanierung der Mensa. Nun soll in einem ersten Bauabschnitt das neue Hortgebäude entstehen. Zuvor soll das alte im Sommer abgerissen werden.

Im zweiten Bauabschnitt soll der Anbau am H-Gebäude umgesetzt werden. Der dritte und letzte Bauabschnitt widmet sich der weiteren Sanierung am Schulgebäude. Insgesamt sollen 6,8 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren in die Schule investiert werden.

Einzugsbereich der Schüler ist gewachsen

Der neue Schulnetzplan, der jetzt erstmalig fortgeschrieben wurde, gilt bis 2025. Dieser geht trotz Rückgang der Geburten und dadurch verursachte Rückgänge bei der Einschulung von gleichbleibenden Schülerzahlen aus. Denn in den vergangenen Jahren konnte Herbsleben den demografischen Wandel abfedern.

Wegen Zuzügen blieb die Einwohnerzahl kontant bei etwa 3000. Außerdem ist der Einzugsbereich der Schüler gewachsen. Sie kommen nicht nur aus den umliegenden Orten der Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt, sondern unter anderem aus Gebesee im Landkreis Sömmerda oder aus Gierstädt und Dachwig im Landkreis Gotha. Damit wird von einem dauerhaften Schulbedarf ausgegangen.

Auch sieht die Gemeinde die Schule selbst als wichtigen Baustein, die Abwanderung junger Leute zu stoppen und als unverzichtbaren Teil des kulturellen Lebens von Herbsleben.

Wie es im Schulnetzplan heißt, ist die Schule in der Mitte der Gemeinschaft verankert – im Zentrum des Dorfes, wo sich auch wichtige Einrichtungen, wie die Kindertagesstätte, das Rathaus, die Bibliothek oder das Mehrgenerationenhaus, konzentrieren.

2012 hatte die Gemeinde als Träger die Schule übernommen

Bis die Schulerweiterung abgeschlossen ist, dienen Schulcontainer als Ausweich, wo zwei Klassen Platz finden. Bis zum geplanten Abriss wird auch das Hortgebäude genutzt. Übergangsweise soll der Unterricht zudem in den zwei geschaffenen Unterrichtsräumen im Mehrgenerationenhaus erfolgen.

Schon im Jahr 2012 hatte die Gemeinde beschlossen, für die staatliche Schule die Trägerschaft zu übernehmen, nachdem der Herbslebener Schulteil des Bad Langensalzaer Salza-Gymnasiums geschlossen wurde. Das Ziel war es bereits damals, eine Gemeinschaftsschule zu etablieren.

„Die Schule ist billiger als die Schulumlage“, sagte Bürgermeister Reinhard Mascher (CDU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Demnach lagen laut Schlussrechnung 2019 die Kosten nach Abzug der Einnahmen bei 110.000 Euro. Damit seien es 57.000 Euro weniger als die Schulumlage, die 167.000 Euro gekostet hätte.