Sonne macht im Sommer 2022 in Grabe bei Mühlhausen reichlich Überstunden

Eckhard Götze
| Lesedauer: 2 Minuten
Die große Zahl an Sonnenstunden beschleunigte im zu Ende gegangenen Sommer das Reifen des Getreides.

Die große Zahl an Sonnenstunden beschleunigte im zu Ende gegangenen Sommer das Reifen des Getreides.

Foto: Marco Kneise

Grabe.  An der privaten Wetterstation in Grabe wurden zwischen Juni und August 23 Hitze- und sechs Wüstentage registriert. Was bedeutet das für die Ernte, die Böden und den Wasserhaushalt?

Meteorologische Ereignisse und ihre Folgen sorgten im Sommer 2022 für Schlagzeilen: Hitzewellen, verbunden mit einer extremen Trockenheit, verursachten staubtrockene Böden, verdorrte Felder, niedrige Pegelstände, Wald- und Feldbrände sowie einen ständig sinkenden Grundwasserspiegel.

Die vergangenen drei Sommermonate waren die drittwärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In Grabe wurde eine Durchschnittstemperatur von 18,9 Grad Celsius gemessen. Das sind fast zwei Grad mehr als der Erwartungswert. Ein Indiz für die außergewöhnliche Temperaturen sind 37 Sommertage (ab 25 Grad Celsius), 23 Hitzetage (ab 30) und sechs Wüstentage (ab 35). Wärmer waren nur die Sommer 2003 und 2018.

Nur 40 Prozent vom langjährigen Niederschlag

Seit über vier Jahren besteht ein enormes Defizit beim Niederschlag. Auch der letzte Sommer trug dazu bei. Mit 72 Liter pro Quadratmeter erreichte der Sommerregen 40 Prozent seines langjährigen Mittels. Eine Fehlmenge von über 100 Liter. Dabei war der August mit nur zwölf Liter pro Quadratmeter der niederschlagsärmste Sommermonat. Die deutlich zu trockene, überdurchschnittlich warme und sonnenscheinreiche Sommerwitterung ließ die Böden stark austrocknen. Dabei nahm der Rückgang der Bodenfeuchte einen ähnlichen Verlauf wie im Dürrejahr 2018. Bei landwirtschaftlichen Kulturen sowie in der Forstwirtschaft wurde der Trockenstress immer deutlicher sichtbar.

Einen Rekord erreichten die drei Sommermonate beim Sonnenschein. Mit 865 Stunden überragte der Sonnenschein sein Soll von 590 Stunden um 47 Prozent. Den größten Anteil am Sonnenscheinreichtum hatte der Juni mit 320 Stunden.

Auch der August hat mit über 100 Überstunden beim Sonnenschein dafür gesorgt, dass sich die Abreife aller Kulturen beschleunigte. Ende August, Anfang September vollzog sich dann der Übergang vom Spätsommer zum Frühherbst. Schlagartig war die Hitze verschwunden, und die ersten drei Septemberwochen haben für Abkühlung und ausreichend Feuchtigkeit gesorgt.

Die Sommerwerte von Grabe: 18,9 Grad Celsius Sommertemperatur (langjähriges Mittel 17,2 Grad), 72 Millimeter Niederschlag (180), 865 Stunden Sonnenschein (590), Extremtemperaturen: 40,2 Grad Celsius am 20. Juli und 1,5 Grad Celsius am 2. Juni.

Bauernweisheit: „Ist der Sommer heiß, wird der Winter lange weiß.“