Faschingssaison-Start im Unstrut-Hainich-Kreis fällt aus

Landkreis.  Die Narrenkonferenz im November in Menteroda ist bereits abgesagt. Die Prunksitzungen und Umzüge im Februar stehen derweil noch auf der Kippe.

Für die Garde des Tennstedter Karnevalvereins (TKV) fällt die Eröffnung der fünften Jahreszeit in diesem Jahr aus. Die 60 Tänzer- und Tänzerinnen, darunter Helena Deutsch und Kadijah Huhstedt (rechts), trainieren trotzdem fleißig. Denn ganz abgeschrieben hat der Verein die Saison noch nicht.

Für die Garde des Tennstedter Karnevalvereins (TKV) fällt die Eröffnung der fünften Jahreszeit in diesem Jahr aus. Die 60 Tänzer- und Tänzerinnen, darunter Helena Deutsch und Kadijah Huhstedt (rechts), trainieren trotzdem fleißig. Denn ganz abgeschrieben hat der Verein die Saison noch nicht.

Foto: Alexander Volkmann

Die jährliche Narrenkonferenz (Nakofe) Anfang November ist der Saisonstart für die Nordthüringer Karnevalisten. Doch der Auftakt, der diesmal in Menteroda stattfinden sollte, fällt Corona zum Opfer – wie vieles andere auch. Einen guten Monat vor dem 11.11. sind beim Gesundheitsamt des Kreises noch keine öffentlichen Faschingsveranstaltungen angemeldet. Mit den Planungen von Umzügen und Prunksitzungen für die Zeit um Rosenmontag Mitte Februar, die für die Narren im Unstrut-Hainich-Kreis noch wichtiger ist, halten sich die Karnevalisten zurück. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Mit rund 1500 Gäste hatten die Ausrichter der Nakofe an den drei Tagen in Menteroda gerechnet. Doch bei dieser Größenordnung könne der ausrichtende Kirmes- und Faschingsverein nicht in Vorleistung gehen, ohne sicher zu sein, ob die Veranstaltung stattfinden kann, meint Vereinsvorsitzende Aileen Schmidt. Zwar wurden Gespräche mit dem Zeltverleih geführt und Vereine aus der Gemeinde wollten mit helfen. Doch angesichts der Entwicklung hat man sich dagegen entschieden. Die Nakofe soll in einem Jahr nachgeholt werden.

Bad Langensalza plantunter Vorbehalt ein Umzug

Der Vorstand des Oberdorlaer Carneval Vereins hat bereits entschieden, alle Aktivitäten dieser Saison auszusetzen. „Die Hoffnung, dass es bis Ende Januar 2021 noch entscheidende Lockerungen geben könnte, wurde in den letzten Wochen immer kleiner“, erklärte Präsident Andreas Kämmerer bereits Anfang September. Begründet wird die Absage mit dem unkalkulierbaren gesundheitlichen Risiko und nicht umsetzbaren Auflagen. Denn Karneval bedeute Singen, Lachen, Tanzen, Schunkeln und Umarmen, so Kämmerer. Natürlich gebe es auch einen wirtschaftlichen Aspekt: Wird der Saal aufgrund der Abstandsregeln nicht voll, lohnt sich die Veranstaltung nicht.

Die Karnevalisten in Bad Tennstedt wollen die Saison noch nicht komplett abschreiben. Zwar seien alle Veranstaltungen im November gestrichen, erklärt der Vorsitzendes des Tennstedter Karnevalverein, Axel Scheibel. Für die Veranstaltungen im Februar wolle man aber „auf Sicht fahren“ und abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Für das Publikum in der Sporthalle sei ein Hygienekonzept zwar denkbar, schwieriger werde es für die Akteure. Immerhin stehen rund 60 Tänzer und Tänzerinnen auf der Bühne. Die trainieren derzeit unter Hygieneauflagen. „Das können wir jetzt nicht wegbrechen lassen, sonst sind sie weg“, fürchtet Scheibel um die Zukunft des Vereins. Derzeit würden Überlegungen angestellt, mit anderen Vereinen aus der Verwaltungsgemeinschaft im Februar eine gemeinsame Veranstaltung unter freiem Himmel auszurichten. Spruchreif sei das noch nicht.

Die Stadtverwaltung in Bad Langensalza und die Karnevalvereine der Ortsteile wollen am 22. Februar 2021 einen Umzug durch die Innenstadt veranstalten. Die Planungen laufen aber unter Vorbehalt; im Ernstfall kann es eine kurzfristige Absage geben.

Die „Fantastische Auslese“ der Diakonie Doppelpunkt organisiert seit vielen Jahren die Prunksitzungen vor Rosenmontag am Mühlhäuser Schwanenteich. Bernd Montag sagt, man sei beim Programm abhängig von den Partnern – unter anderem vom Struther Carneval Verein. Der sammelt noch Ideen, wie man die Sitzungen im Februar stattfinden lassen könnte. Für November sind öffentliche Veranstaltungen in der Gemeinde Rodeberg abgesagt, so Bürgermeister Klaus Zunke-Anhalt (CDU).

Auch beim Schlotheimer Carnevals Club überlegt man, wie es im Februar weiter geht. Darüber wollen Vorstand und Vereinsmitglieder Ende November oder Anfang Dezember beraten, sagt der Vorsitzende Matthias Kluge. Es gebe bislang verschiedene Konzepte über die man sprechen wolle. Das Tanztraining soll nach den Herbstferien wieder beginnen.

„St. Bock“ in Großengottern feiert am 11.11. nur intern mit Vereinsmitgliedern. Prunksitzungen im Februar gibt es nicht. Dort spielen ebenfalls wirtschaftlich Erwägungen und das Tanzverbot nach dem Programm eine Rolle. Überlegt werde noch, eventuell einen Umzug auf die Beine zu stellen, meint Präsident Andreas Schein. Der lasse sich kurzfristig und ohne großen logistischen Aufwand organisieren.

Das 30-jährige Jubiläum des Heyeröder Carnevals Club (Hey CC) wollen die Mitglieder in kleinem Rahmen feiern. Im Südeichsfeld sind im November keine größeren Faschingsveranstaltungen geplant, wie Bürgermeister Andreas Henning (parteilos) mitteilt. Für den Februar hätten viele Faschingsvereine aus den Ortschaften ihre Veranstaltungen schon abgesagt. Die drei Tanzgruppen des Hey CC trainieren wegen der Baumaßnahmen an der Turnhalle derzeit im Heyeröder Hafen. Man will den Nachwuchs bei der Stange halten. Auch in Körner wurden die Veranstaltungen abgesagt.