Stele für Sternenkinder auf dem Mühlhäuser Friedhof

Mühlhausen.  Der Thüringer Kinderhospizdienst hat den Stein über Spenden finanziert. Zweimal jährlich werden in Mühlhausen Sternenkinder beerdigt.

Eine neue Stele, um der Sternenkinder zu gedenken, wurde auf dem Friedhof in Mühlhausen aufgestellt

Eine neue Stele, um der Sternenkinder zu gedenken, wurde auf dem Friedhof in Mühlhausen aufgestellt

Foto: Daniel Volkmann

Eine Stele, um der Sternenkinder zu gedenken, steht seit wenigen Tagen auf dem Friedhof in Mühlhausen. Wie Gert Bufe, der das Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland leitet, sagt, gab es auf dem Mühlhäuser Friedhof in der Vergangenheit keine Möglichkeit der würdigen Erinnerung an Sternenkinder.

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, einer Bestatterin und einem Kinderfotografen habe man auf Wunsch der betroffenen Familien nach einer Lösung gesucht. Seit einiger Zeit werden Sternenkinder nun gemeinsam auf einem Grabfeld in der Nähe der Trauerhalle bestattet.

„Wir haben überlegt, wie man das Areal würdevoll gestalten kann“, sagt Bufe. Dabei sei der Gedanke aufgekommen, eine Stele errichten zu lassen. Sie wurde vom Breitenworbiser Bildhauer Daniel Matthäus gefertigt. Die Kosten von weit über 5000 Euro seien ausschließlich über Spenden des Kinder- und Jugendhospizes finanziert. Auch eine Sitzbank fand ihren Platz neben der Stele. „Unsere gesamte Arbeit mit den Sternenkindern ist rein spendenfinanziert, hierfür gibt es kein Steuergeld oder eine Kassenfinanzierung“, meint Bufe.

Zweimal jährlich werden Sternenkinder auf dem Mühlhäuser Friedhof beerdigt. Wichtig dabei seien die Gemeinschaft sowie der Austausch der Betroffenen untereinander. Ab dem Tag der Beerdigung hätten die Eltern dann einen festen Ort, an dem ihr verstorbenes Kind namentlich bestattet ist. Jeder Mensch habe die Würde, einen Namen auf seinem Grab zu tragen. Dies gelte laut Bufe auch für Kinder, die – so wie die Sternenkinder – vor dem Gesetz nicht als Kinder gelten.

Der Schmetterling auf der Vorderseite der viereckigen Stele stehe für die Transformation des Sternenkindes, den Übergang zum Weiterleben in Erinnerungen der Eltern, meint Bufe.

Seit über sechs Jahren gibt es den ambulanten Hospizdienst für Kinder und Jugendliche in Mühlhausen. Die häufig ehrenamtlichen Mitarbeiter begleiten schwerkranke und sterbende Kinder in ihrem Zuhause. Derzeit sei man auf der Suche nach weiteren ehrenamtlich Familienbegleitern.