Unerlaubte Abkürzungen im Unstrut-Hainich-Kreis häufig genutzt

Landkreis.  „Die Vielzahl der Verkehrsteilnehmer kürzt einfach ab, um Zeit und Kilometer zu sparen, das zeigen uns die regelmäßigen Kontrollen“, sagt ein Polizist.

Die Polizei kontrolliert einen Gefahrgutlaster der den Schleichweg zwischen der Mühlhäuser Landstraße und im Westerfelde in Bad Langensalza verbindet.

Die Polizei kontrolliert einen Gefahrgutlaster der den Schleichweg zwischen der Mühlhäuser Landstraße und im Westerfelde in Bad Langensalza verbindet.

Foto: Daniel Volkmann

Mit dem Auto oder Laster schnell über den landwirtschaftlichen Weg abkürzen. Im Kreis werden die häufig gut ausgebauten Schleichwege oft genutzt. Jeder kennt inzwischen seine eigene Abkürzung und nutze diese auch regelmäßig.

Dabei geht es laut Polizist René Petzold vor allem darum, Zeit und Kilometer zu sparen. Petzold ist Verkehrssachbearbeiter bei der Mühlhäuser Polizei. Die Situation mit der Beschilderung bei landwirtschaftlichen Wegen sei klar geregelt.

Das runde Verkehrsschild mit einem roten Ring auf weißem Untergrund schließe jeglichen Straßenverkehr auf dieser Verbindung aus. Hier dürfen keine Fahrzeuge und auch keine Fahrräder fahren, das Fahrrad zu schieben oder den Weg zu Fuß zu gehen, sei unbedenklich, erläutert Petzold.

Kürzt man ab und wird dabei erwischt, droht ein Verwarn- oder Bußgeld

Sind Zusatzschilder an den Verkehrszeichen angebracht, die den landwirtschaftlichen sowie den forstwirtschaftlichen Verkehr erlauben, sei die Benutzung ausschließlich den Berufsland- und Forstwirten gestattet. Jemand, der in diesem Gebiet einen privaten Garten bewirtschaftet, dürfe diesen Weg nicht befahren.

„Die Vielzahl der Verkehrsteilnehmer kürzt einfach ab, um Zeit und Kilometer zu sparen, das zeigen uns die regelmäßigen Kontrollen“, sagt Petzold. Dabei seien die Wege für die schweren und übergroßen landwirtschaftlichen Maschinen gebaut wurden. Diese sollen aus dem normalen Straßenverkehr verschwinden.

Die Wege, die häufig betoniert oder asphaltiert sind, seien nicht da, um den Straßenverkehr zu entlasten. Sie würden im Winter nicht geräumt und seien ebenfalls häufig unübersichtlich. Kürzt man ab und wird dabei erwischt, müsse man laut Petzold mit einem Verwarn- oder Bußgeld rechnen.

Frage der Haftung und des Versicherungsschutzes lässt sich nicht pauschalisieren

Eine Strafe von 20 Euro wird fällig, wenn man mit einem PKW ohne Anhänger angehalten wird. Überschreitet das Kraftfahrzeug das Gesamtgewicht von dreieinhalb Tonnen, werden 75 Euro Bußgeld fällig. Punkte gebe es jedoch nicht. Ist das Befahren mit Gefahrgut auf diesem Weg explizit ausgeschlossen, müsse man mit 100 Euro und einem Punkt rechnen.

Ist der Fahrer bereits schon einmal wegen desselben Verstoßes auffällig geworden, schlagen laut Bußgeldkatalog 250 Euro, ein Punkt und ein Monat Fahrverbot zu Buche. Die Frage der Haftung und des Versicherungsschutzes ließe sich nicht pauschalisieren.

Es sei so, dass man die Klausen in seinem Vertrag kennen sollte, erläutert Polizist Petzold. Regressforderungen der Versicherung seien denkbar. Zwar würde die Versicherung den entstandenen Schaden zahlen, könne aber im Nachgang das Geld vom Verursacher zurückfordern.