Vogtei sammelt Ideen für Dorferneuerungsprogramm

Oberdorla.  Wie man die drei Dörfer in der Vogtei noch attraktiver machen will, dazu gibt es erste Ideen. Nun soll ein Beirat gegründet werden.

Das Vordach der Probstmühle in Oberdorla wurde vor fünf Jahren über das Dorferneuerungsprogramm mitfinanziert.

Das Vordach der Probstmühle in Oberdorla wurde vor fünf Jahren über das Dorferneuerungsprogramm mitfinanziert.

Foto: Claudia Bachmann

Die Landgemeinde Vogtei ist die einzige Kommune, die von der neuen Förderperiode des Dorferneuerungsprogrammes profitieren kann. Mögliche Projekte und die Förderbedingungen stellten am Donnerstagabend auf einer Einwohnerversammlung Bürgermeister Christian Hecht (parteilos) und Jörg Maibuhr vom Ingenieurbüro Schröter aus Oberdorla vor. Ideen gibt es einige. Welche letztlich umgesetzt werden, das zu entscheiden obliegt dem Gemeinderat. Die Gemeinde wird laut Bürgermeister Hecht nicht umhin kommen, für die Realisierung der Projekte Kredit aufzunehmen. Eine entsprechende Summe wolle man in den Haushalt der Gemeinde für das kommende Jahr einstellen.

Die ersten Maßnahmen könnten, wenn der Gemeinderat zustimmt, auf den Dorfangern von Oberdorla und Langula greifen. Dort sollen die Angertische und die Denkmale erneuert werden. Auf der Agenda stehen auch, im Landhotel „Am Mittelpunkte“ die Übernachtungsmöglichkeiten zu verbessern, an Langulas Schenke den Hof zu gestalten. Dringend müsse zudem die Holztragkonstruktion im Erdgeschoss des Heimatmuseums am Oberdorlaer Anger erneuert werden.

Um die Vorhaben umzusetzen, muss die Gemeinde Vogtei den Eigenanteil von 35 Prozent finanzieren. Eher eine Vision, denn ein schon umsetzbarer Plan ist es, einen Rundwanderweg um die Talsperre Seebach bei Niederdorla zu schaffen. Neben der Vogtei müssten sich noch zwei weitere Kommunen daran beteiligen. Realistischer ist es, einen Vogtei-Wanderweg und einen Mühlenwanderweg auszuweisen.

Neben der Kommune können auch Privatleute von diesem Förderprogramm profitieren. Dabei geht es darum, das Dorfbild prägende Ansichten zu erhalten und wieder herzustellen. Laut Maibuhr wird auch die Lückenbebauung gefördert. „Wir müssen auf die älter werdende Bevölkerung reagieren. Sie wollen nicht in die Stadt ziehen. Wir müssen ihnen Bedingungen schaffen, unter denen sie gut leben können.“

Abseits der vorgestellten Projekte wünscht sich Susanne Nöthling aus Niederdorla, die auch für die Bürgerliste Vogtei im Gemeinderat sitzt, die Spielplätze bei der Planung der Förderprojekte zu bedenken.

Neben der Landgemeinde Vogtei werden weitere 28 Gemeinden des Freistaats bis zum Jahr 2024 besonders gefördert. Für die Förderung im Programm der Dorfentwicklung und Dorferneuerung stehen jährlich rund 30 Millionen Euro zur Verfügung. Die Aufnahme in das Programm eröffnet die Chance, auf diese Mittel zuzugreifen. Welche Projekte letztendlich einen Zuschuss erhalten, wird nach einem Kriterienkatalog bestimmt. In dieser Förderperiode liegt der Fokus auf dem „sozialen Dorf“.

Insgesamt wurden seit 1991 etwa 1900 Orte über die Dorferneuerung gefördert. Dabei flossen über eine Milliarde Euro in den ländlichen Raum Thüringens. Auch Oberdorla und Niederdorla profitierten – als damals noch eigenständige Gemeinden – vom Dorferneuerungsprogramm.

Die aktuelle Förderperiode dauert bis 2024. Bis dahin muss die Förderung für die Arbeiten beantragt sein, Das Umsetzen hat dann noch zwei Jahre länger Zeit, erläuterte Jörg Maibuhr. Nun soll ein Dorferneuerungsbeirat gegründet werden, der noch Mitstreiter suche. Wer mitmachen möchte, den bittet Christian Hecht, sich in der Gemeindeverwaltung zu melden.

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