Vor 240 Jahren wird der erste Landrat des Kreises Mühlhausen geboren

Mühlhausen.  Carl von Hagen kämpfte gegen die Cholera und setzte sich für die Sicherheit von Kindern im Landkreis ein.

Vor 240 Jahren, am 24. März 1780, wurde Carl Albert Kolumbus Werner von Hagen in Nieburg an der Saale geboren. Von 1816 bis zu seinem Tode am 8. Dezember 1837 war er Landrat des Mühlhäuser Kreises.

Vor 240 Jahren, am 24. März 1780, wurde Carl Albert Kolumbus Werner von Hagen in Nieburg an der Saale geboren. Von 1816 bis zu seinem Tode am 8. Dezember 1837 war er Landrat des Mühlhäuser Kreises.

Foto: Kreisarchiv Unstrut-Hainich-Kreis

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Vor 240 Jahren wurde der erste Landrat des Kreises Mühlhausen geboren. Carl Albert Kolumbus Werner von Hagen kam am 24. März 1780 in Nieburg an der Saale zur Welt. Sein Vater amtierte als preußischer Landrat des Fürstentums Halberstadt. Carl von Hagen war von 1816 bis zu seinem Tode am 8. Dezember 1837 Landrat des Mühlhäuser Kreises. Er wurde vom preußischen Staat zum Landrat berufen.

Von Hagen hatte sich um die Stellung beworben und legte am 22. Oktober 1816 seinen Diensteid ab. Der Mühlhäuser Kreis und der Langensalzaer Kreis wurden 1816 von den Preußen gegründet. Auf dem Wiener Kongress 1814/15 hatte das Königreich Preußen Gebiete in Thüringen zugesprochen bekommen. Diese Gebiete wurden zur Preußischen Provinz Sachsen zusammengefasst. Hauptstadt war Magdeburg. Der Mühlhäuser und der Langensalzaer Kreis gehörten zum Regierungsbezirk Erfurt.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieben die Kreise Mühlhausen und Langensalza preußisch. Zum Mühlhäuser Kreis gehörten die Städte Mühlhausen und Treffurt sowie 58 Dörfer und Rittergüter. Im Zuge der territorialen Neuordnung von Thüringen wurde auch das Eichsfeld aufgeteilt.

So kamen die Eichsfelder Dörfer zum Kreis Mühlhausen. Amtssitz des Landrates war Mühlhausen. Von Hagen residierte im Haus An der Marienkirche 5 und im Syndikatshof in der Neuen Straße 10. Ab 1821 zog er in den Mainzer Hof in Treffurt und amtierte nur zwei Tagen je Woche in Mühlhausen.

Vor seinem Amtsantritt als Landrat absolvierte Carl von Hagen eine militärische Karriere. Seine Schulzeit verbrachte er im Pädagogikum in Halle. Danach diente von Hagen ab 1793 im Kürassier-Regiment des Herzogs von Sachsen-Weimar. Kürassiere trugen Brustpanzer und gehörten zur schweren Kavallerie. Als Leutnant trat Carl von Hagen ab 1804 in preußische Dienste. Als Kammerherr des Königs Friedrich Wilhelm III. nahm von Hagen am Preußisch-Französischen Krieg teil. Nachdem seine Heimat Halberstadt 1807 dem französisch geprägten Königreich Westphalen zugeordnet wurde, verließ von Hagen als Rittmeister (Hauptmann) das preußische Heer.

Von Hagen kaufte sich bei Duderstadt ein kleines Gut und heiratete Luise, die Tochter des Freiherrn von Soden. Die Idylle wurde bald gestört. Die französische Besatzung drückte und 1813 folgte von Hagen einem Aufruf des preußischen Königs zum Widerstand.

Der preußische Rittmeister finanzierte einen Eichsfelder Reiterverein als eine Art Partisanentruppe. Der preußische König erhob den Verein zum Freiwilligen Jäger-Detachement. Die Jäger bekamen Waffen gestellt, mussten sich aber ansonsten auf eigene Kosten ausrüsten. Von Hagen kämpfte später als Husar in den Befreiungskriegen, aus denen er 1815 als Major heimkehrte.

Als Landrat war von Hagen den Ortsvorstehern der Gemeinden seines Kreises weisungsbefugt. In Rundschreiben (Zirkularen) oder per direkten Brief forderte der Landrat die Ortsvorsteher zum Beispiel auf, das Finanz- und Steuersystem ihrer Gemeinden in Ordnung zu halten. Seine amtlichen Bekanntmachungen erschienen im Wochenblatt für den Mühlhäuser Kreis. Das war eine Art Amtsblatt. Ein besonderes Anliegen war von Hagen die Sicherheit von Kindern, der Brandschutz und das Schulwesen. Die solidarische Hilfe für Brandopfern war ihm wichtig. Gelobt wurde von Hagen in seinem Engagement gegen die Cholera, die drei Mal den Landkreis heimsuchte. Oft agierte der Landrat auch als eine Art Kommunalaufsicht bei Streitigkeiten innerhalb der Gemeinden. Entsprechende Dokumente finden sich im Kreisarchiv des Unstrut-Hainich-Kreises.

Der Autor dieses Beitrages arbeitet als Kreisarchivar in Mühlhausen.

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