15.000 Liter Wasser pro Minute vom Mühlhäuser Schwanenteich abgepumpt

Mühlhausen.  Feuerwehr und Technisches Hilfswerk wollen das Wasser vom Schwanenteich nun über den Berg in den Felchtaer Bach pumpen. Lage entspannt sich am Dienstag.

Sören Zengerling von der Berufsfeuerwehr Mühlhausen pumpte am Montag mit anderen Feuerwehrleuten Wasser aus einem Schacht unterhalb des Mühlhäuser Schwanenteichs.

Sören Zengerling von der Berufsfeuerwehr Mühlhausen pumpte am Montag mit anderen Feuerwehrleuten Wasser aus einem Schacht unterhalb des Mühlhäuser Schwanenteichs.

Foto: Daniel Volkmann

Wohin mit dem Wasser? Diese Frage beschäftigte – nicht nur am Wochenende, sondern auch am Montag – Mühlhausen. Noch immer drückte das Wasser vom Wald in die Stadt. Der Ablauf vom Schwanenteich führte gewaltige Wassermassen. Seit Montagabend wird die Mühlhäuser Feuerwehr am Schwanenteich von 30 Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks aus Apolda, Eisenach und Heiligenstadt unterstützt.

Um den Schwanenteich und die Schwemmnotte im Innenstadtbereich zu entlasten, wird nach Angaben der Stadt weiterhin Wasser – rund 15.000 Liter pro Minute – abgepumpt und in den etwa 800 Meter entfernten Felchtaer Bach geleitet.

THW unterstützt Feuerwehr am Schwanenteich

Schon am Sonntag pumpten die Mühlhäuser und die Anröder Wehrleute Wasser aufs Feld zwischen dem Ablauf und dem Eiscafé – bis zu 4400 Liter pro Minute. Unendlich lange kann man dies nicht tun, machte Feuerwehrmann Sören Zengerling deutlich. Denn dann flutet das Wasser die Straße und die Keller an der Heyeröder Landstraße. Die stehen schon jetzt, auch wegen des hohen Grundwasserspiegels, teilweise unter Wasser. Es soll bereits erste Risse an den Gebäuden geben.

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Über den Kanal in der Straße Auf der Aue kann das Wasser nicht problemlos ablaufen. So viel lässt sein Querschnitt nicht zu, heißt es von Sven König aus der Straßenverkehrsbehörde. Er ist enger als der vom Schwanenteich kommende Kanal. Im kommenden Jahr soll auch der Kanal Auf der Aue neu werden – und damit so breit wie der vom Schwanenteich. So steht es im Finanzplan, den der Stadtrat zu Jahresbeginn beschlossen hat. Ob dieser Kanal die Wassermassen dieser Tage hätte transportieren können? König ist skeptisch. „Es sind extreme Wetterereignisse. Darauf kann man weder unsere Gräben mit hundertprozentiger Garantie vorbereiten, noch unsere Kanäle.“

Montagnachmittag diskutierten die verschiedenen Fachbereiche der Stadtverwaltung mitsamt den Feuerwehrleuten über eine Lösung. Die Idee, das Wasser umzuleiten, aber dennoch über Popperöder Bach und Schwemmnotte in die Innenstadt zu führen, wurde letztlich verworfen. „Schon Mittag stand das Wasser in der Schwemmnotte bis an die Uferkante, teilweise auch darüber hinaus, so dass es in der Zöllnersgasse in die Häuser lief“, sagt Sören Zengerling. Die Feuerwehrleute hatten über die letzten Tage die Pegelstände regelmäßig kontrolliert.

Auch Schäden im Mühlhäuser Freibad

Mithilfe des Technischen Hilfswerks (THW) wollte man seit Montagabend versuchen, das Wasser vom Ablauf des Schwanenteichs über den Berg in Richtung Eigenrieder Weg zu leiten. Über einen Graben sollte es in den Felchtaer Bach geführt werden. Für wie lange, das lässt sich laut Stadtverwaltung derzeit nicht sagen. „Das hängt davon ab, wie stark das Wasser vom Wald noch in die Stadt läuft – das können zwei Tage sein, aber genauso eine Woche“, sagt der Leiter des städtischen Bauhofes, Christian Gebicke. So lange wie die Pumpen das Wasser über den Hügel Richtung Felchta transportieren, solle die Heyeröder Landstraße auch gesperrt bleiben.

Schaden genommen hat auch das Freibad. Wie es von Stefan Zeuch aus dem Hochbauamt hieß, steht im Technikgebäude das Wasser zehn Zentimeter hoch. Was das Trockenlegen zusätzlich erschwert: Die einzige Zufahrt führt über den Schwanenteichablauf – und ist derzeit wegen des Wassers nicht zu passieren. So arbeiteten am Montag einzig zwei Pflasterer.

Gegen das Wasser mussten die Wehrleute auch am Montag noch im Johannistal kämpfen. Auch dort hatte das Unwetter großen Schaden angerichtet, Keller geflutet und ein Wohnhaus komplett unter Wasser gesetzt. „Wir wollen uns einsetzen, dass die Eigentümerin bei der Städtischen Wohnungsgesellschaft unterkommt“, sagt Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD).