Wenn die Kinner auf der Geekmühle sind

Schlotheim.  Einen ungewöhnlichen Weg, um auf sich aufmerksam zu machen, geht Schlotheims Förderverein für die Friedhöfe.

Katja Roth vom Förderverein für die Friedhöfe in Schlotheim, Mehrstedt und Hohenbergen stellte das Plakat „So knetscht man in Schlotn" vor. 

Katja Roth vom Förderverein für die Friedhöfe in Schlotheim, Mehrstedt und Hohenbergen stellte das Plakat „So knetscht man in Schlotn" vor. 

Foto: Claudia Bachmann

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Die Hippl vom Affwech steht vor der Geekmühle. Sie macht ein ordentliches Krieschgröhl. So oder so ähnlich können sich alte Schlotheimer unterhalten. Die Ziege aus der Thomas-Müntzer-Straße – gemeint ist natürlich das Tier – steht vor dem Karussell und macht ordentlich Spektakel.

Hippl, Geekmühle, Kumpst, Wippchen – Wörter wie diese sammelte der Förderverein für die Friedhöfe in Schlotheim, Mehrstedt und Hohenbergen in den vergangenen Wochen ein und gestaltete daraus ein Plakat mit Alt-Schlotheimer Wörtern. Titel des Projekts: So knetscht man in Schlotn.

In der Mitte des A3 großen Plakats steht ein lustig anzuschauender Schlotheimer Seilermännchen, das der Leipziger Künstler Schwarwel entworfen hat. Unter dem Pseudonym verbirgt sich Thomas Meitsch, ein deutscher Grafiker, Illustrator, Comiczeichner, Regisseur, Art-Direktor, der künstlerischer Leiter des Comicverlages „Extrem Erfolgreich Enterprises“ in Leipzig war. Er hat das Seilermännchen einer Figur der Abrafaxe nachempfunden.

Mehr als 300 Vorschläge erreichten den Förderverein, bilanziert dessen Vorsitzende Katja Roth. Darunter etwa 120 verschiedene. 75 von ihnen haben ihren Platz gefunden auf dem Plakat. Das soll nicht nur etwas Geld auf das Konto des Fördervereins bringen, sondern auch Identität der Schlotheimer mit ihrer Stadt stiften, Sprache bewahren und Weitergeben sowie Öffentlichkeitsarbeit für den Verein leisten. 100 Plakate wurden gedruckt und werden nun erstmals auf dem Weihnachtsmarkt verkauft – mitsamt einer kleinen Übersetzungshilfe.

Den Förderverein gibt es seit 2015, er zählt derzeit 27 Mitglieder. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die drei Friedhöfe in der Stadt mit Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen, wollen auch Sitzgelegenheiten schaffen“, sagt Roth. So habe der Friedhof Schlotheims in diesem Jahr zwei neue Bänke erhalten, je eine neue Bank soll noch in diesem Monat in Mehrstedt und in Hohenbergen aufgestellt werden. Das ganz große Ziel ist, die Trauerhalle in Schlotheim und die Wege zu sanieren.

Findet das Plakat zur Schlotheimer Mundart guten Absatz, soll es auch Postkarten geben – mit Schimpfwörtern wie dreeniger Deenlack, Kulinarischem und Straßennamen. Dass der Affwech eben nicht der Affenweg ist, sondern die Thomas-Müntzer-Straße, das ist zumindest den jungen Leuten kein Begriff.

Der Schlotheimer Weihnachtsmarkt wird am Samstag, 14.30 Uhr, eröffnet. Ein Plakat kostet fünf Euro.

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