Wenn die Pflege naht: Mühlhäuserin lädt zum Austausch

Daniel Volkmann
| Lesedauer: 2 Minuten
Seniorin Irene Skambraks (links)  und Pflegeberaterin Susanne Reim vom Mühlhäuser Wohn- und Pflegezentrum besprechen die Möglichkeiten der Unterstützung.

Seniorin Irene Skambraks (links) und Pflegeberaterin Susanne Reim vom Mühlhäuser Wohn- und Pflegezentrum besprechen die Möglichkeiten der Unterstützung.

Foto: Tino Sieland

Mühlhausen.  Was tun, wenn jemand aus dem Kreis der Lieben pflegebedürftig wird? Wo gibt es Unterstützung? Solche Fragen will eine Mühlhäuserin an einem Stammtisch mit Angehörigen klären.

Was tun, wenn Angehörige plötzlich krank und pflegebedürftig werden. Ein Autounfall dafür sorgt, dass der bisher so leichte Alltag nicht mehr allein gemeistert werden kann. Ein neues Angebot des Mühlhäuser Wohn- und Pflegezentrums soll künftig alle Fragen zum Thema Pflege verständlich erklären und Betroffenen einen Überblick bieten.

Knapp zwei Jahrzehnte Praxiserfahrung hat die Mühlhäuserin Susanne Reim in Allgemeinmedizin und Orthopädie gesammelt, bevor sie den Entschluss fasste, neue Wege zu gehen. „Meine Eltern wurden pflegebedürftig, so bin ich in das Thema reingeschlittert“, sagt die 51-Jährige. Sie ist inzwischen Pflegedienstleiterin beim Mühlhäuser Wohn- und Pflegezentrum WPZ. Vor wenigen Wochen schloss Reim ihre Zusatzausbildung zur Pflegeberaterin ab.

Pflege wird oft mit hohem Alter in Verbindung gebracht – eine Fehleinschätzung

Nach der Beobachtung von Susanne Reim wird die Pflege zu häufig mit hohem Alter in Verbindung gebracht. Doch können Unfälle sowie schlagartig eintretende Krankheiten, Stürze, Infarkte oder Anfälle ebenso verheerende Folgen haben und die Betroffenen zu einem Pflegefall werden lassen.

Auch wenn es für viele vielleicht noch ewig erscheint, bis Eltern oder Großeltern Unterstützung brauchen und gepflegt werden müssen, irgendwann stehe das Thema ins Haus und eine große, teils bürokratische Hürde müsse genommen werden. Dann könne es nicht schaden, bereits informiert zu sein.

Wenn jemand gepflegt werden muss, dann passiere das häufig von einem Tag auf den anderen. Dann müsse alles ganz schnell gehen und geklärt werden. Um dem vorzubeugen, haben sich Reim und ihre Kollegin Petra Seeber überlegt, einen Stammtisch zu etablieren, der Angehörigen konkrete Fragen zu Pflege beantwortet.

„Egal, ob es vielleicht schon einen Angehörigen gibt, der Pflege benötigt oder jemand neu betreut werden muss: Wir stehen gern beratend zur Seite“, sagt Susanne Reim. Dafüri werde ein riesiges Netzwerk geschaffen. Angefangen vom Antrag des Pflegegrades über Schulungen zu Hause bis zur Klärung der Kosten könne beim Stammtisch ein Überblick gegeben werden. Dabei sei es egal, ob die zu pflegende Personen künftig durch Mitarbeiter des WPZ-Pflegedienstes oder durch andere Unternehmen betreut werden. Die Beratung sei hiervon völlig abgekoppelt und werde durch die Krankenkassen unterstützt.

Los geht es am Mittwoch, 7. Dezember, um 17 Uhr in den Räumen des WPZ (Eisenacher Straße 18, Mühlhausen). Anmeldung unter Telefon 03601/8799897.