Zeugnisse römischer Geschichte rund um Mühlhausen

Mühlhausen.  Die Sammlung römischer Funde in Mühlhäuser Museen wächst beständig. Der Verein Zim finanziert jetzt die Restaurierung dreier Exponate.

Der Verein Zurück in die Mitte unterstützt die neue Sonderausstellung zu römischen Funden in Thüringen. Anja Sennewald (rechts) und Heike Dockhorn lassen sich von Restaurator Helmut Biebler und Museumsarchäologe Wulf Walther (links) einige Funde erklären.  

Der Verein Zurück in die Mitte unterstützt die neue Sonderausstellung zu römischen Funden in Thüringen. Anja Sennewald (rechts) und Heike Dockhorn lassen sich von Restaurator Helmut Biebler und Museumsarchäologe Wulf Walther (links) einige Funde erklären.  

Foto: Claudia Bachmann

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Ein vollständig erhaltener römischer Bronzeschlüssel aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert, gefunden bei Kirchheilingen. Ein vollständiger Pferdegeschirr-Beschlag aus derselben Zeit, der 2002 auf dem Areal einer seit langem bekannten Siedlung bei Bothenheilingen aufgelesen wurde. Eine römische Gewandspange, die wohl aus der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts stammt und bei Forschungen 2017 bei Neunheilingen entdeckt wurde. Die im Bronzegussverfahren hergestellte Fibel zeigt eine mehrfarbige Emaille-Auflage und einen stilisierten Tierkopf als Fußabschluss.

Diese drei Zeugnisse römischer Kultur in Thüringen will der Verein Zurück in die Mitte (Zim) mit einer 500-Euro-Spende restaurieren lassen. Sie werden Teil der neuen Sonderausstellung der Mühlhäuser Museen, die den Titel trägt: Roms verlorene Provinz. Die Ausstellung wird Mitte Juli eröffnet und von Thomas Schierl kuratiert, der bis zum Frühjahr Volontär bei den Museen ist.

Zu sehen sind bis Mitte Oktober neben diesen drei Objekten weitere rund 300. Sie stammen zumeist aus den Beständen der Mühlhäuser Museen selbst; rund ein Drittel von ihnen müssen nach Aussage von Museumsarchäologe Wulf Walther noch restauriert werden – eine Aufgabe, die Helmut Biebler aus Körner übernehmen soll. Ergänzend zu diesen Stücken wird es weitere 120 Exponate geben, die aus großen deutschen Ausstellungshäusern und zahlreichen Thüringer Museen kommen, sagt Walther. In diesen Tagen stecke man noch in den Verhandlungen. Fest steht unter anderem: Aus Augsburg wird ein lebensechter Legionär erwartet – als Hingucker, der wohl am Beginn der 180 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche platziert wird. Auch soll es eine Nachbildung vom Schatz von Großbodungen im Eichsfeld geben. Das Original befindet sich in Halle/Saale.

Partner der neuen Sonderausstellung sind das Thüringer Landesamt für Archäologie in Weimar und das Opfermoor Vogtei. Auf diesem Gelände entstanden kurz vor der Jahreswende auch die Werbeaufnahmen für die Sonderausstellung. Sie wird sich in verschiedenen weiteren Angeboten spiegeln: in der Museumsnacht etwa, im Ferienprogramm für die Kinder, in Fachvorträgen. „Sie ist unsere wichtigste Ausstellung in diesem Jahr“, meint Walther. Derzeit erarbeite man noch ein Konzept, wie man die meist sehr kleinen Exponate wirkungsvoll in Szene setzen kann.

Die Sammlung römischer Funde im Depot der Mühlhäuser Museen wachse ständig. Die Grabungen vor dem Bau der Ortsumgehung zwischen Bad Langensalza und Ammern hätten spektakuläre Funde gebracht, so die Experten. Im Moment finden noch Detailgrabungen statt. Auch von ihnen ist nach Aussage von Walther „einiges zu erwarten“.

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