Heringer Schlossmuseum setzt auf Bildung für Schüler und Erwachsene

Heringen.  Die Pädagogikangebote werden ausgebaut. Auch die Homepage kommt in die Kur.

Museumsleiterin Mirjana Culibrk steht im Veranstaltungssaal des Schlosses Heringen, der schon bald eine Veränderung erleben wird.

Museumsleiterin Mirjana Culibrk steht im Veranstaltungssaal des Schlosses Heringen, der schon bald eine Veränderung erleben wird.

Foto: Doreen Hotzan

Der Auftakt im Spätsommer letzten Jahres ist geglückt. Damals beteiligten sich Regelschüler aus Heringen am Pilotprojekt „Erlebnis Steinzeit“ im Schlossmuseum. Die Mädchen und Jungen wurden zunächst durch die Dauerausstellung „Thüringens ältestes Dorf“ geführt. Im Anschluss konnten sie dann bei einer Schlossrallye das gesamte Museum erkunden. Abgerundet wurde der Projekttag schließlich mit verschiedenen Workshops im Milchhaus, bei denen die Schüler selbst Tongefäße, Lederbeutel oder Schmuck herstellten. Die Ergebnisse sind nun im Rahmen einer kostenlosen Ausstellung im Eingangsbereich des Schlosses zu sehen. „Das Projekt wurde sehr gut angenommen“, lautet das Fazit von Museumsleiterin Mirjana Culibrk.

Der Erfolg hat sie darin bestärkt, die Museumspädagogik im Schloss Heringen weiter voranzutreiben. In diesem Jahr soll es daher weitere Angebote in dieser Richtung geben. „Wir sind derzeit dabei, verstärkt an die Schulen heranzutreten“, erläutert die Museumsleiterin den aktuellen Stand des Projekts, das durch das Förderprogramm Landkultur des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt wird. Träger ist die Interessengemeinschaft Schloss Heringen. Die Förderung läuft insgesamt über einen Zeitraum von drei Jahren, zwei davon sind bereits verstrichen. „Nun läuft das letzte Jahr“, so Mirjana Culibrk. Nach der Regelschule in Heringen hofft die Museumschefin, nun auch weitere Schulen von dem Angebot überzeugen zu können. Ende März ist die örtliche Grundschule zu Gast im Schloss, danach folgt noch die Grundschule in Görsbach.

Schulen in der Region können aus drei Angeboten auswählen

Inzwischen gibt es auch ein Konzept zur Museumspädagogik zum Thema Archäologie in der Goldenen Aue, das aus drei Teilen besteht. Dieses beinhaltet zum einen eine Führung durch die Dauerausstellung „Das älteste Dorf Thüringens“ sowie eine Schlossrallye, bei der die Schüler auf eigene Faust das Schloss erkunden können. Dabei bekommen sie eine Broschüre in die Hand, in der sie Fragen, Rätsel und Suchspiele mit auf den Weg kriegen. Zu guter Letzt runden die fünf Workshops im Milchhaus das Angebot ab, die dazu einladen, in die Steinzeit einzutauchen und selbst kreativ zu werden. „Den Schulen steht es frei, ob sie nur einen Teil davon buchen möchten oder einen Projekttag bei uns verbringen wollen, der alle drei Teile beinhaltet“, erläutert die Museumschefin.

Aber nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene sollen sich künftig im Schloss Heringen in Form einer Vortragsreihe weiterbilden können. „Diese wird sich um verschiedene Themen wie Archäologie, Stadt- oder Schlossgeschichte drehen. Die Leute bekommen die Möglichkeit, miteinander zu diskutieren“, erklärt Mirjana Culibrk die Idee.

Vorbereitungen auf weitere Ausstellungen laufen auf Hochtouren

Neben dem Bereich Museumspädagogik laufen im Schloss zudem die Vorbereitungen für die nächsten Ausstellungen. So soll perspektivisch in der zweiten Etage Wissenswertes rund um die Burg- und Schlossgeschichte zu finden sein. Auch eine Ahnengalerie schwebt der Museumschefin vor. Die Ausstellung wird so konzipiert sein, dass sie in den Veranstaltungssaal integriert ist, der seine ursprüngliche Funktion beibehalten soll. Hier können sich Musikliebhaber schon auf das nächste Schlosskonzert freuen mit Werken von Bach, Mozart und Schreker am 21. März um 18 Uhr. Und auch der Termin für das nächste Kammerkonzert am 2. Mai um 18 Uhr steht schon fest.

Eine Etage weiter höher wird es ebenfalls bald Veränderungen geben. Dort, wo jetzt noch die Ausstellung zur Stadtgeschichte sowie der Krämerladen, die Arztpraxis oder die Schulecke zu finden sind, sollen Besucher bald in die Zeit des Mittelalters abtauchen können. „Da sind wir gerade dabei, die Inhalte zu erstellen“, blickt Mirjana Culibrk voraus. Der Krämerladen sowie die Arztpraxis werden aber keinesfalls aus dem Museum verbannt. „Wir haben gemerkt, dass gerade diese Nostalgie von den Besuchern gern angenommen wird. Und was die Leute sehen wollen, bekommen sie auch weiter zu sehen“, betont die Museumschefin. Wo diese Dinge künftig zu sehen sein werden, müsse noch geklärt werden. Gefeilt wird momentan zudem an einer neuen Sonderausstellung.

Im September wird wieder ein Schlossfest gefeiert

Weiterhin hat sich Mirjana Culibrk ein weiteres Projekt vorgenommen, das noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll. „Die Homepage des Schlosses wird komplett neu gemacht“, verrät sie. Darauf sollen Besucher künftig noch mehr Hintergrundinformationen zu Ausstellungen und Angeboten, aber auch Veranstaltungen finden.

Vormerken können sich Interessierte schon das Wochenende vom 11. bis 13. September. Dann wird wieder das Schlossfest gefeiert. Am 12. September tritt dieses Mal Phil Bates & Band auf, welche die Musik des Electric Light Orchestra präsentieren. Weitere Informationen gibt es unter www.stadt-heringen.de.