Heimatstube Leubingen in schwierigen Zeiten

Leubingen.  Der Betrieb mit täglichen Öffnungszeiten ist ohne Unterstützung kaum noch aufrecht zu erhalten. Im Sommer feiert die Einrichtung 25. Jubiläum.

Gabriele Bachmann, Heinz Häger und Christina Rippel in der guten Stube, die im Herbst vergangenen Jahres renoviert wurde.

Gabriele Bachmann, Heinz Häger und Christina Rippel in der guten Stube, die im Herbst vergangenen Jahres renoviert wurde.

Foto: Jens König

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Die Heimatstube Leubingen ist ein beliebtes Anlaufzentrum für Touristen, Schulklassen, Vereine und Einwohner des Sömmerdaer Ortsteiles – und sie hat ein Problem. Seit die Einrichtung am 15. Juni 1995 im 300 Jahre alten Pfarrhaus des Dorfes eröffnet wurde, wurde der Betrieb stets über Arbeitsgelegenheiten und Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst aufrecht gehalten. Auch jetzt versuchen die Heimatfreunde Leubingen, die Träger der Heimatstube sind, zwei Stellen im Bundesfreiwilligendienst zu besetzen. Allerdings bisher ohne Erfolg.

„Wir finden einfach keine Bewerber und sind jetzt an einem Punkt, wo wir nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll“, sorgen sich die Vereinsvorsitzende Christina (genannt Ina) Rippel und Schatzmeisterin Gabriele Bachmann um die Zukunft. Erstmals habe man in diesem Jahr im Januar eine Pause in den regulären Öffnungszeiten eingelegt und die Heimatstube nur nach Vereinbarung geöffnet.

Fast 5000 Exponate auf 200 Quadratmetern

Dass die Ausstellung mit fast 5000 Einzelexponaten seit Februar wieder täglich besichtigt werden kann, sei dem Engagement der Vereinsmitglieder und von Helfern wie Heinz Häger zu verdanken, der bis Ende Oktober den Bundesfreiwilligendienst in der Einrichtung leistete und seither ehrenamtlich weitermachte. Eine dauerhafte Lösung aber könne das nicht sein.

Gerade jetzt, wenn es wärmer wird und die Radfahrsaison beginnt, kommen bald wieder sehr viele Wandergruppen und Touristen über den Unstrut-Radweg in die Heimatstube, erzählt Gabriele Bachmann. Etwa 600 bis 800 Besucher zählen die Heimatfreunde jedes Jahr, das sei für eine Einrichtung dieser Größenordnung schon beachtlich.

Fürstengrab im Mittelpunkt der Ausstellung

Die meisten Leute interessieren sich für den bei Leubingen gelegenen Fürstenhügel und erfragen in der Heimatstube weitere Informationen. Heidi Schneider und Heinz Häger, die auch die aktuellen Ausgrabungen in der unmittelbaren Umgebung des Fürstenhügels mit begleiteten, kennen sämtliche Hintergründe und seien exzellente Wissensvermittler, betont Christina Rippel.

Die Exponate zum Fürstengrab aus der frühen Bronzezeit, das in seiner Größe und dem erhaltenen Zustand einmalig in Mitteleuropa ist, bilden den Kern der Ausstellung in der Heimatstube. Repliken der Original-Grabbeigaben sind zu sehen, eine Nachbildung der Grabkammer und ein Modell des Fürstenhügels im Querschnitt. Die Besucher seien dankbar, dass sie in freundlicher Atmosphäre viel über den Hügel erfahren, den sie im Original unweit des Dorfes betrachten können, ohne allerdings an Ort und Stelle Informationen zu erhalten.

Ländliches Brauchtum und Traditionen dargestellt

Die Heimatstube beherbergt auf 200 Quadratmetern in 13 Räumen aber noch viel mehr Exponate, die gemäß der Vereinssatzung insbesondere das ländliche Brauchtum und ländliche Traditionen in den Mittelpunkt stellen. Es gibt eine Küche und Kammer um 1930, ein Handwerker-Zimmer, eine Schlafkammer, die gute Stube um 1920, eine Dauerausstellung zum Thema DDR, ein Kinderzimmer, ein Vitrinenzimmer, eine Waschküche.

All die Ausstellungsstücke müssen gepflegt werden, was die Vereinsmitglieder allein kaum schaffen können. Auch bei der Pflege des Blumen- und Kräutergartens vor der Heimatstube und der Vorbereitung und Durchführung von kulturellen Veranstaltungen und Treffen verschiedener Arbeitskreise und Gruppen, wie dem Handarbeitskreis oder dem Seniorentreff, benötigen die Heimatfreunde dringend Unterstützung im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes, so Christina Rippel und Gabriele Bachmann.

Altes Handwerk zeigen zum 25-jährigen Bestehen

Wenn die Heimatstube in diesem Sommer 25 Jahre alt wird, möchten die derzeit 25 Vereinsmitglieder aus diesem Anlass an einem Tag der offenen Tür gern altes Handwerk vorstellen. Wäsche waschen, buttern und andere Dinge wie in früheren Zeiten. Schön wäre es auch, wenn weitere Zimmer renoviert und ein gemütliches Lesezimmer eingerichtet werden könnte, damit sich Besucher die vorhandene Literatur in Ruhe ansehen können. Pläne haben die Heimatfreunde für ihre Heimatstube noch viele . . .

Öffnungszeiten der Heimatstube Leubingen: Montag bis Freitag 10-16 Uhr, Samstag und Sonntag 14-16 Uhr sowie nach Vereinbarung, Telefon 03634/608527

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