Weitere Gabe für Sankt Wiperti zu Bilzingsleben

Bilzingsleben.  Dank großzügiger Spenden kann die Sanierung der Kirche fortgesetzt werden. Das Chormauerwerk wird gesichert.

Pfarrer Jens Bechtloff (links) freute sich mit Vertretern von Kirchgemeinde und Förderverein über den Spendenscheck in Höhe von 113.900 Euro für die Kirche St. Wiperti in Bilzingsleben.

Pfarrer Jens Bechtloff (links) freute sich mit Vertretern von Kirchgemeinde und Förderverein über den Spendenscheck in Höhe von 113.900 Euro für die Kirche St. Wiperti in Bilzingsleben.

Foto: Jens König

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Es war ein Spendenaufruf im Förderer-Magazin Monumente der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), der es Lars Ludwig, Ortskurator Erfurt der DSD, am gestrigen Dienstag ermöglichte, Pfarrer Jens Bechtloff eine erneute Förderzusage in Höhe von 113.900 Euro für die St.-Wiperti-Kirche in Bilzingsleben zu überbringen.

Die dringend benötigten Mittel stehen für die weiteren Arbeiten an der Gebäudeinstandsetzung, insbesondere für die statische Notsicherung des Chormauerwerks zur Verfügung. Insgesamt kostet dieser 2. Bauabschnitt rund 442.000 Euro, berichtet der Pfarrer. Mit besonderer Technik soll das Fundament verpresst werden, damit es wieder tragfähig wird. Das Gewölbe, durch das sich breite Risse ziehen, muss repariert und das Dach neu gedeckt werden.

Nur durch die vielen Spenden sei es überhaupt möglich gewesen, diesen größeren Bauabschnitt anzugehen, so Jens Bechtloff. Der Beitrag in dem Förderer-Magazin, in dem die Schäden an Sankt Wiperti eindringlich dargestellt und anschaulich bebildert worden waren, hatte offenbar zahlreiche Menschen beeindruckt, die das Projekt daraufhin unterstützten wollten. Darunter seien auch mehrere private Großspender, wie zum Beispiel ein Mann aus Aachen, der zu seinem 80. Geburtstag um Geldzuwendungen für die Kirche in Bilzingsleben statt Geschenke bat, anschließend nach Thüringen reiste, um sich das Gotteshaus anzuschauen und hellauf begeistert von dem hiesigen Engagement gewesen sei, erzählt Pfarrer Bechtloff.

Denn die Kirchgemeinde und der eigens zur Unterstützung der Sanierung von St. Wiperti gegründete Förderverein seien sehr rührig, freut sich Jens Bechtloff. Und auch aus dem Dorf heraus werde das Projekt sehr gut und ebenfalls mit vielen Spenden unterstützt.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hatte schon im vergangenen Jahr 15.000 Euro für das Dach bereit stellen können, das in einem ersten Bauabschnitt wieder dicht gemacht werden musste. Im Sommer 2019 konnte das Kirchenschiff nach dreijähriger baupolizeilicher Sperrung und erfolgter Sanierung wieder eingeweiht werden.

Im Grunde befasse man sich seit der Wende mit Arbeiten an dem Gotteshaus, weiß der Pfarrer. Nach etlichen Jahren relativer Ruhe wurden die Anstrengungen vor sechs, sieben Jahren wieder intensiviert. Als erstes wurde der Turm saniert. Es folgten Reparaturen an den Emporen, der Austausch von Balken, die Erneuerung von Teilen der Tragkonstruktion.

„Man weiß nicht, wann man hier fertig ist“, sagt Jens Bechtloff mit Blick auf die noch anstehenden Arbeiten. Durch das Chorgewölbe der neugotischen Kirche ziehen sich zahlreiche Risse und der blau gefärbte Putz mit seinem ungewöhnlichen weiß gepunkteten Dekor fiel schon in großen Brocken herab. Einige Ziegelsteine sind bereits herausgebrochen. Fast grenzt es an ein Wunder, dass Sturmtiefs wie „Sabine“ keine größeren Beschädigungen hinterlassen haben. Ein bisschen was ist aber auch diesmal wieder heruntergefallen, stellt der Pfarrer gestern fest.

Die neugotischen Fenster hatte man sicherheitshalber schon ausgelagert, sie sind gesichert. Vor den Chorraum wurde erst einmal eine Holzwand gesetzt, damit das Kirchenschiff gefahrlos genutzt werden kann. Denn es finden in Sankt Wiperti seit dem vergangenen Jahr wieder Ereignisse wie eine goldene Hochzeit, die Konfirmation oder ein Konzert statt. Auch zu Weihnachten war die Kirche voll. Für die normalen Gottesdienste indes wird die beheizbare Kapelle und für Frauenkreis oder Kinderkirche der Gemeinderaum genutzt.

Alle wissen, dass es in der Bilzingslebener Kirche noch viel zu tun gibt. Doch die Freude ist groß, dass es Schritt für Schritt und sichtbar vorwärts geht. Gestern versammelten sich der Kirchenälteste Mario Fischer und sein Stellvertreter Matthias Joest, Vertreter von Kirchenförderverein und Ortsbeirat in der Kirche, um den Spendenscheck von Lars Ludwig und Wolfgang Zweigler vom DSD-Ortskuratorium entgegenzunehmen.

Die ersten Vorarbeiten für den ab Frühjahr geplanten Bauabschnitt sind schon getan. Um Baufreiheit zu schaffen, wurden einige Bäume gerodet. Ihre Wurzeln beeinträchtigten auch das Mauerwerk. Ende Februar/Anfang März sollen die Ausschreibungen für die Arbeiten erfolgen.

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