250 Jahre alter Brunnen als Kulisse für Dorffest in Bliederstedt

Bliederstedt  Im kleinen Bliederstedt wird am kommenden Wochenende zu einem Brunnenfest eingeladen und an dessen Bedeutung für den Ort erinnert.

Der Brunnen von Bliederstedt soll 1769 gebaut worden sein und ist im 80-Einwohner-Dorf eine Sehenswürdigkeit, der ein eigenes Fest gewidmet ist.

Der Brunnen von Bliederstedt soll 1769 gebaut worden sein und ist im 80-Einwohner-Dorf eine Sehenswürdigkeit, der ein eigenes Fest gewidmet ist.

Foto: Peter Georgi

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Auf einem Hügel mit steilem Osthang zur Helbe hin liegt Bliederstedt, ein kleines Dorf mit 80 Einwohnern und zwei Sehenswürdigkeiten: die romanische Sankt-Anna-Kirche und der Brunnen. Diesem zu Ehren wird am Samstag ab 15 Uhr ein Fest gefeiert, erzählt Ortsteilbürgermeister Dietmar Börold.

Der Brunnen ist etwas Besonderes, er liegt an der Kante eines Bergspornes. Er ist eingefasst mit Kalksteinen, hat eine Brunnenstube mit nachfolgender Schelle. Die Mauern deuten auf eine Arbeit aus dem 19. Jahrhundert hin, ein Stein aber auch auf einen älteren Ursprung: „Anno 1769“. Früher führte der Brunnen wie alle artesischen Quellen (Wasseraustritte) am Helbeverlauf viel mehr Wasser. Das floss den steilen Hang herab und traf auf eine weitere Quelle, die die jetzt verfallende Scheiben-Wassermühle antrieb.

Um 1967 versiegten die Brunnen, als man versuchte, im nahen Helbetal einen Damm zu bauen. Probebohrungen bis zu einer Tiefe von 100 Meter hatten unterirdische Seen angezapft und die Quellen versiegten. Mittels Betonverpressungen hatte der damalige VEB Schachtbau Nordhausen die Löcher wieder verschlossen, und die Quellen begannen wieder, Wasser zu geben, berichtet Klaus Koch aus Gundersleben, der damals auf der Baustelle tätig war. Der geplante Helbe-Stausee hätte sich bis nach Thüringenhausen erstreckt. Warum es zum Abbruch der Arbeiten kam, ist nicht bekannt.

Allerdings leitete der Kalischacht „Karl Eduard“, später VEB, in Menteroda in regelmäßigen Abständen stark salzhaltige Abwässer über den Urbach in die Helbe ein. Damit wäre das Wasser im angestauten Zustand nicht zur Bewässerung der Felder durch LPGs geeignet gewesen. Der Salzgehalt war so hoch, dass die Pflanzen es nicht verkraftet hätten. Inwiefern sich die Landschaft durch einen Stausee mit einer wahrscheinlichen Höhe von 15 Metern als Fluch oder Segen herausgestellt hätte, ist ebenso unklar.

Brunnenfest in Bliederstedt: Samstag, 13. Juli, ab 15 Uhr

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren