3:7 – ein Klassenunterschied!

Sondershausen  Gegen Liga-Favorit Gera hat Sondershausen zum Saisonauftakt keine Chance. Eintrachts Defensive völlig überfordert

Aufstehen Eintracht! Während die Geraer ihren 7:3 (4:1)-Kantersieg auf dem Göldner ausgelassen feierten, sprach Sondershausens Trainer Enrico Leifheit seinen am Boden zerstörten Jungs (im Bild Andreas Kopf) Mut zu. 

Aufstehen Eintracht! Während die Geraer ihren 7:3 (4:1)-Kantersieg auf dem Göldner ausgelassen feierten, sprach Sondershausens Trainer Enrico Leifheit seinen am Boden zerstörten Jungs (im Bild Andreas Kopf) Mut zu. 

Foto: Henning Most

Vor dem Spiel gab es für die Eintracht die Ehrung für Platz drei in der Vorsaison. Im Juni war das eine große Überraschung, denn Sondershausen war vor einem Jahr als Aufsteiger in die Verbandsliga zurückgekehrt. Trainer Enrico Leifheit hatte die Realität des meist schweren zweiten Jahres aber schon vorm Start erkannt. Zum Saisonziel sagte er nur das eine Wort – „Klassenerhalt“.

Dass Wismut Gera nicht die Elf sein würde, mit der sich Sondershausen in dieser Spielzeit messen muss, war den Experten schon vorm Anpfiff klar. Die 3:7 (1:4)-Vorführung gegen den freiwilligen Oberliga-Absteiger darf aber alle, die es mit der Eintracht halten, durchaus beunruhigen.

Es war vor den über 200 Zuschauern einfach ein Klassenunterschied – gleich von Beginn an. „Wir kamen nie in die Zweikämpfe“, meinte ein ernüchterter Eintracht- Trainer nach der Partie. Nach zehn Minuten, wusste jeder Beobachter, dass hier für Sondershausen nichts zu holen ist. Erster Schuss Söllner – erster Treffer (6.). Kurz darauf Stoß im Strafraum – Elfmeter. Oldie Heuschkel macht entspannt das 2:0 (10.). Als Sondershausens Torjäger Gibala auf Hartleps präzise Flanke wie aus dem Nichts zum 1:2 verwandelte (23.), kam kurz Hoffnung auf. Für 100 Sekunden – denn Wismuts Börner stellte den alten Abstand sofort wieder hier (25.). Wieder waren die Eintracht-Defensive weit weg von den Gegenspielern. Kurz vor der Pause machte Heuschkel noch das 4:1 mit dem Pausenpfiff. Überforderte Gastgeber schlichen in die Kabine, wo Coach Leifheit lautstark an die Moral appellierte und seine verunglückte Taktik ein wenig reparierte.

Rothe agierte nun im Zentrum. So konnten die Geraer nicht mehr ganz so schalten und walten. Sondershausen erzielte immerhin noch zwei Treffer. Durch Gibala per Elfmeter zum 2:5 – er war vorher dusselig von Hartmann gerempelt worden (54.) – und durch Rothe zum 3:6 – er nutzte einen Abpraller nach Grisgrabers Schuss (74.). Die Gäste trafen hingegen drei Mal durch 3-Tore-Mann Heuschkel (49.), den starken Söllner (60.) und Sekunden vorm Abpfiff durch den ehemaligen Zweitliga-Spieler Robert Paul. So erlebte Eintracht Keeper Piotr Rusek an seinem 28. Geburtstag mit sieben Gegentoren – für die er übrigens alle nichts konnte – keinen wirklich fröhlichen Tag.

Während die BSG Wismut, trotz neu zusammengestellter Truppe wohl von Beginn an auf Aufstiegskurs fährt, war es für die Eintracht eigentlich nur ein „Vorbereitungsspiel“. Schließlich stand die Elf vom Samstag in diesem kurzen Sommer wegen der Ferien nicht einmal gemeinsam auf dem Rasen. Nach Abgängen wie Bertram, Brunner und Zimmermann werde die Defensive nun „eine Herausforderung“, sagte Leifheit. Zudem fehlten gegen Gera mit Müller, Ludwig und Hotze drei Stützen verletzt. Artur Bednarczyk saß noch auf der Tribüne – die Spielgenehmigung war noch nicht aus Polen eingetroffen.

„Wir lassen das jetzt sacken, analysieren und dann geht‘s weiter“, so Trainer Leifheit, der mit der Moral in der zweiten Hälfte zumindest einen Lichtblick sah.

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