Abtsbessingen gewinnt bei der Funkloch-Jagd

Kyffhäuserkreis.  Das Funkloch in Abtsbessingen wird geschlossen. Als eine von 19 ausgewählten Kommunen in Deutschland erhält der Ort eine neue Mobilfunk-Antenne

In Abtsbessingen soll es bald auch schnelles Internet auf dem Luftweg geben. Die Gemeinde hat bei einer Telekom-Aktion eine Mobilfunkantenne gewonnen.

In Abtsbessingen soll es bald auch schnelles Internet auf dem Luftweg geben. Die Gemeinde hat bei einer Telekom-Aktion eine Mobilfunkantenne gewonnen.

Foto: Archiv-Foto: Wilhelm Slodczyk

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Schnelles Internet gibt es in Abtsbessingen demnächst auch per Mobilfunk. Dafür wird wahrscheinlich auf dem Gebäude der alten Dorfgaststätte von der Telekom ein neuer Funkmast aufgebaut. Abtsbessingen ist eine von 19 Kommunen in ganz Deutschland in denen das Telekommunikationsunternehmen innerhalb weniger Monate die Lücken im Handynetz schließen will. Das teilte Georg von Wagner, Pressesprecher der Telekom, am Mittwoch mit. Insgesamt hätten sich deutschlandweit 539 Gemeinden bei der Aktion „Wir jagen Funklöcher“ beworben. „Abtsbessingen war unter den ersten Bewerbern. Deshalb geht es dort auch jetzt gleich los“, sagt von Wagner.

Insgesamt 50 Funklöcher will die Telekom bei der Aktion stopfen. Chancen auf lückenloses Handynetz können sich deshalb auch die Helbedündorfer noch ausrechnen, obwohl der Antrag der Gemeinde erst vergangene Woche eingegangen sei, wie vom Pressesprecher zu erfahren war. Die Bewerbungsfrist lief am 30. November ab. Für zwei zusätzliche Mobilfunk-Antennen meldete Helbedündorf Bedarf: Eine soll auf der Feuerwehr in Friedrichsrode installiert werden, die andere auf dem ehemaligen Schulgebäude in Peukendorf. Ob diese Wünsche erfüllt werden, darüber werde in den kommenden Tagen entschieden, erklärt von Wagner. „Dafür ist vor allem von Bedeutung, wie viele Haushalte in den genannten Gebieten künftig mit schnellem Mobilfunk versorgt werden könnten. Vorher prüfen wir auch mit einer Software, ob es dort tatsächlich einen weißen Fleck in der Netzabdeckung gibt.“

Solche Fragen sind für Abtsbessingen längst geklärt, wie der Telekom-Sprecher bestätigt. Um zu erkennen, dass es im Ort kaum Handyempfang gibt, braucht man nach Ansicht von Bürgermeister Benno Erdmann auch keinen Computertest. „Um mobil zu telefonieren, müssen die Leute hier das Haus verlassen. Verlässliche Verbindungen gibt es nur an wenigen Punkten im Dorf und das auch noch zu unterschiedlichen Zeiten.“ An mobiles Internet sei gar nicht zu denken. Das habe auch die Telekom-Mitarbeiterin registriert, die Abtsbessingen besuchte, nachdem der Ort als Gewinner bei der Funkloch-Jagd feststand.

Damit endlich eine neue Antenne mitten im Dorf Abtsbessingen mit einem Hochgeschwindigkeits-Mobilkfunknetz überziehen kann, müsse noch die Statik der Dachkonstruktion vom ehemaligen Gasthaus überprüft werden, erklärt Erdmann. Das Gutachten werde umgehend erarbeitet. Liege das positive Urteil eines Bauexperten vor, sei es nur noch eine Formalität, den Mietvertrag mit der Telekom über den Antennenstandort zu unterzeichnen. Das Gebäude gehört der Gemeinde.

Unter derart günstigen Umständen sollte es dann auch kein Problem sein, die neue Mobilfunkantenne im ersten Quartal 2020 in Betrieb zu nehmen, schätzt von Wagner auf Nachfrage ein. „Gelingt das, ist Abtsbessingen in wenigen Monaten komplett auf modernstem Stand in der Telekommunikationstechnologie“, sieht Bürgermeister Erdmann das ersehnte Ziel vor Augen. Das Dorf sei bereits komplett per Glasfaser ans drahtgebundene Hochgeschwindigkeits-Internet angekoppelt. Mit der neuen Antenne auf dem Kneipendach könnten die Abtsbessinger dann auch mobil ähnlich schnell im Netz unterwegs sein.

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