Verwirrung um Stadtnamen: „An der Schmücke“ will sich umbenennen

An der Schmücke  In „An der Schmücke“ wird ein Anlauf zur Namensänderung untergenommen. Die Bürger sollen dabei mitreden dürfen. Im Vorfeld hatte sogar das Land von dreiteiligen Namensschöpfungen abgeraten.

Für die Stadt An der Schmücke wird ein neuer Name gesucht.

Für die Stadt An der Schmücke wird ein neuer Name gesucht.

Foto: Wilhelm Slodczyk

Sechseinhalb Monate nach der Gebietsreform ist die Verwirrung um ihren neuen Stadtnamen in den fusionierten Schmückegemeinden weiterhin groß. In der jüngsten Stadtratssitzung tauchte selbst unter den Ratsmitgliedern wieder mal die Frage auf: Heißt die Stadt nun eigentlich „Stadt an der Schmücke“ oder heißt es „An der Schmücke“?

„Stadt ist lediglich der Titel“, klärte Bürgermeister Holger Häßler (pl) ebenfalls zum wiederholten Mal auf. „Wir heißen ‚An der Schmücke‘“.

Genau das sei auch die Schwierigkeit: Wenn jemand mitteilen wolle, wo er wohne, müsse er korrekt sagen: „Ich wohne in An der Schmücke“. Aus diesem Grund habe das Land von solchen dreiteiligen Namensschöpfungen auch abgeraten. Doch im Fall der sechs ehemaligen Schmücke-Gemeinden sei der Arbeitstitel der Bürgermeister irgendwann in die Gesetzgebung gelangt.

Doch da ist er nicht in Stein gemeißelt. Und weil das so ist und eine Änderung immer noch möglich ist, will der Bürgermeister sein Wahlversprechen einlösen und die Bezeichnung der neuen Landgemeinde zur Debatte stellen. Und zwar öffentlich, damit auch die Bürger mitreden und ihre Vorschläge einbringen können. Dazu soll es eine Veröffentlichung in einem der nächsten Amtsblätter geben.

Zunächst wolle er erst mal ausloten, ob unter den Einwohnern überhaupt Änderungsbedarf besteht, kündigte Häßler an. Aus diesem Grund soll es zunächst eine Bürgerbefragung geben. „In Gesprächen habe ich schon vieles gehört – von absoluter Unzufriedenheit und der Forderung nach Namensänderung bis hin zu Leuten, denen der Name des Gesamtgebildes egal ist, Hauptsache an ihrem Ortsschild steht groß der Name ihrer Ortschaft“, berichtet Häßler. „Aber so richtig gut finden den Namen wohl die meisten nicht.“

Auf dem Vordruck im Amtsblatt sollen Bürger Ja oder Nein ankreuzen und dazu auch gleich ihren eigenen Namensvorschlag aufschreiben können. „Ich bin dafür, an dieser Stelle ein Stück Demokratie walten und die Bürger mitentscheiden zu lassen“, so Häßler. Wobei wichtig sei, dass ein Quorum gesetzt werde: „Wenn sich mindestens 30 Prozent dafür aussprechen, dass über den Namen noch mal gesprochen wird, dann nehmen wir das in Angriff.“

Die Namensfindung dürfte nicht einfach werden. In Vorbereitung der Gebietsreform hatte sich Oldislebens Bürgermeister Joachim Pötzschke vehement dagegen gesträubt, dass die gemeinsame Landgemeinde nach der einzigen Stadt (Heldrungen) oder der zwei großen Orte Heldrungen-Oldisleben benannt wird, weil sich die anderen vier darin nicht wiederfänden. Wohingegen sein Gorslebener Amtskollege Dietmar Strickrodt für Heldrungen plädierte: „Das ist auch außerhalb unserer Region bekannt, das muss man keinem lang und breit erklären.“

Man darf gespannt sein auf die weitere Entwicklung.

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