Bauarbeiten im Panorama-Museum in Bad Frankenhausen verzögern sich

Bad Frankenhausen  Die Schaffung der zweiten Fluchtwege im Museumsgebäude in Bad Frankenhausen sind Arbeitsschwerpunkte. Eine neue Sonderausstellung ist ab Juli vorgesehen.

Am großen Rund am Seil. Eine Fachfirma ist derzeit an der Außenfassade des Panorama-Museums dabei, die Verschraubung der Aluminiumverkleidung zwischen den Betonteilen zu kontrollieren. Bei starkem Sturm kann es passieren, dass sich die Aluminiumverkleidung lockert.

Am großen Rund am Seil. Eine Fachfirma ist derzeit an der Außenfassade des Panorama-Museums dabei, die Verschraubung der Aluminiumverkleidung zwischen den Betonteilen zu kontrollieren. Bei starkem Sturm kann es passieren, dass sich die Aluminiumverkleidung lockert.

Foto: Silke Krage

Eigentlich sollten sie Ende November beginnen, die Arbeiten im Panorama-Museum, die sich vor allem dem Brandschutz, aber auch Sanierungen widmen. Bauherr ist der Freistaat Thüringen, konkret das Landesamt für Bau und Verkehr, denn das Land ist Eigentümer der Liegenschaft. Die Investitionssumme beträgt insgesamt rund 1,9 Millionen Euro. Im Rahmen der nötigen Arbeiten wegen des Brandschutzes war eine Schließung des Museums für die nächsten vier Wochen vorgesehen, um vor Weihnachten wieder zu öffnen. Es wurde bewusst eine besucherarme Zeit gewählt.

Die Firma, die den Zuschlag für die Arbeiten bekam, könne aber erst später beginnen, zum einen, weil sie noch andere Aufträge hat, zum anderen aus personellen Gründen und Lieferzeiten für bestimmte Teile, sagte Museumsleiter Gerd Lindner auf TA-Nachfrage. Ende November könne die Firma konkret sagen, wann sie im Januar beziehungsweise Februar beginnt. Dann wäre die vierwö­chige Schließzeit des Bildsaales mit dem Monumentalgemälde „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ von Werner Tübke – und damit des Museums.

Im Ausstellungssaal hängt kein Bild mehr an den Wänden, sie sind bereits in den Transportkisten verstaut. Bis vor Kurzem zeigte das Museum eine Sonderausstellung, die dem 90. Geburtstag Tübkes und dem 30-jährigen Bestehen des Museums gewidmet war. Präsentiert wurden etwa 100 Werke von Tübke, die auf seinen Reisen durch die Sowjetunion entstanden.

Im Jahr 1974 wurde der Grundstein für den Rundbau, den Bildsaal, gelegt. Damals waren die Brandschutzbestimmungen anders als heute. Mit Blick auf die Gesetzlichkeiten wurde ein Brandschutzkonzept erarbeitet. Das sieht vor, dass es brandschutzmäßig eine Trennung zwischen dem Bildsaal und dem davor liegenden Ausstellungssaal gibt. Es entstehen Fluchtwege am Treppenaufgang zum Saal beziehungsweise im Bereich des Ausstellungsraumes, um ebenerdig ins Freie zu kommen. Um diese Fluchttüren zu schaffen, ist es, wie Gerd Lindner betonte, nötig, die Fassade zu öffnen. Diese Arbeiten sind der Grund, um den Bildsaal für etwa vier Wochen zu schließen. Der Bildsaal ist nicht von den Arbeiten betroffen, er wird wegen der Witterung, des Klimas, abgeschottet, um das 123 Meter lange und 14 Meter hohe Gemälde zu schützen.

Es gibt weitere Vorhaben, wo es um den Brandschutz geht. Zweite Rettungswege entstehen in den beiden Anbauten östlich und westlich der Eingangshalle. Da, wo die Bibliothek, ein Aufenthaltsraum, die Studiogalerie sowie die Museumspädagogik und Büroräume sind. Und es stehen Sanierungsarbeiten im Haus an. Der Fahrstuhl zum Bildsaal ist in die Jahre gekommen, der Tüv habe bereits den Zeigefinger gehoben. An der Stelle soll ein neuer Aufzug eingebaut werden. Tausende Besucher Jahr für Jahr, das sieht man dem Fußbodenbelag im Ausstellungssaal an. Er wird erneuert. In dem Zusammenhang werden Stellwände entfernt und im Wesentlichen wieder an die bekannte Stelle gesetzt.

Die Küche im Café des Hauses, Café P, stammt aus der Zeit von 1999. Auch ihr wird man sich widmen, zum einen, was den Brandschutz betrifft, zum anderen die Haustechnik und Küchentechnik.

Ab April kommenden Jahres soll es dann wieder in gewohnter Form die Konzerte und Vorführungen im Studiokino StuKi 76 geben. Start für die Sonderausstellungen ist am 4. Juli. Es ist wieder eine besondere, denn immerhin wird, wie Gerd Lindner sagte, Malerei von 34 oder vielleicht 35 Künstlern gezeigt. Der Titel: „Surrealismus in Deutschland?“ Surrealismus ist eine Richtung der modernen Kunst, die nach dem Ersten Weltkrieg entstand. Die Künstler wurden zwischen 1880 und 1910 geboren, die Werke entstanden zwischen 1919 und 1949. Es sind Leihgaben von über 20 Museen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz. Die Ausstellung ist bis zum 11. Oktober zu sehen.

Die zweite Sonderausstellung 2020, die am 7. November eröffnet wird und bis ins Jahr 2021 geht, zeigt Malerei und Grafik eines slowenischen Künstlers, der in Bratislava lebt: Dusan Kállay. Er ist Jahrgang 1948 und war Professor an der Kunstakademie. Seine Gemälde sind von der Grundhaltung her wie die von Werner Tübke, die Grafiken freie fantastische. Es ist die erste Ausstellung in Ostdeutschland. Kállay ist aber auch ein sehr berühmter Kinderbuchillustrator. Nur ein Beispiel: „Alice im Wunderland“.

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