Baustelle sorgt in Artern für Ärger: Stadt setzt auf Vernunft der Autofahrer

Artern  Die Aufregung um eine Baustelle in Artern nimmt zu. Die offizielle Umleitung wird von einigen Kraftfahrern ignoriert.

An der  Karl-Hühnerbein-Straße in Artern wird noch bis Dezember gebaut. Der Grund ist, dass der Zweckverband KAT dort Schmutzwasserleitungen verlegt. 

An der  Karl-Hühnerbein-Straße in Artern wird noch bis Dezember gebaut. Der Grund ist, dass der Zweckverband KAT dort Schmutzwasserleitungen verlegt. 

Foto: Patrick Weisheit

Die Baustelle an der Karl-Hühnerbein-Straße zwingt viele Autofahrer zur Nutzung einer Umleitung. Die offizielle Umleitung führt über Sangerhäuser Straße, Arterner Ortsumfahrung (L 1172), Rudolf-Breitscheid-Straße, Puschkinstraße beziehungsweise umgekehrt. Da aber längst nicht alle Autofahrer die offizielle Umleitung nutzen, sondern sich lieber durch die Straßen in der angrenzen Siedlung zwängen, regt sich offenbar Unmut bei den betroffenen Anwohnern, den der Stadtrat Ulrich Jursch in die Sitzung des Hauptausschusses trug.

Hauptsächlich betroffen sei die Schillerstraße, die ob ihrer Enge ohnehin schon nur langsam zu befahren sei. Durch Begegnungsverkehr komme es nun häufiger zu Behinderungen in dem Wohngebiet. Laut Voraussage des Landratsamtes muss die Karl-Hühnerbein-Straße vermutlich noch bis Mitte Dezember auf dem Teilstück gesperrt bleiben.

Hier führt der Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserverband (KAT) Kanalbauarbeiten durch. „Wir setzten dort unser Abwasserbeseitigungskonzept durch. Wir bauen einen separaten Schmutzwasserkanal mit Anschluss an das vorhandene Schmutzwassersystem in der Puschkinstraße mit einer Länge von zirka 280 Metern und zusätzlich neue Schmutzwasserhausanschlüsse“, erklärte KAT-Werkleiter Falk Bartels auf Nachfrage der Lokalredaktion. Für diese Art von Arbeiten sei es notwendig, den betroffenen Straßenabschnitt zu sperren.

Jursch fragte, inwiefern die Stadt auf die Autofahrer einwirken könne. Daraufhin meinte Bürgermeister Torsten Blümel (Linke), dass die Stadtverwaltung hier kaum Einwirkungsmöglichkeiten habe und man auf die Vernunft der Autofahrer hoffen müsse. Dies bestätigt auf TA-Nachfrage auch noch einmal die Stadtsprecherin und Bauamts-Chefin Antje Große. „Wir dürfen in den rollenden Verkehr nicht eingreifen“, sagt sie. Denkbar sei nur eine stärkere Parkraumüberwachung, wie es auch während der Ausschusssitzung anklang. Dies sei, so Blümel in der Sitzung, denkbar, wenn Bedarf bestehe. Er versprach, dies vom Ordnungsamt prüfen zu lassen.

Bisher habe es, so Stadtsprecherin Große, aber auch noch keine Beschwerden von Anwohnern bei der Stadtverwaltung gegeben. „Ja, sicherlich fährt dort jetzt immer mal ein Auto mehr lang. Aber von einer permanenten Belastung der Straßen in der Siedlung durch die Autos von Umleitungsvermeidern ist uns nichts bekannt“, sagt sie. Die Umleitung selbst sei hinreichend ausgeschildert, und man müsse darauf hoffen, dass die Autofahrer diese auch nutzen.

Im Hinblick auf den bevorstehenden Zwiebelmarkt, anlässlich dessen traditionell viele Autofahrer die Karl-Hühnerbein-Straße ansteuern, um die dortigen Parkflächen und die Parkplätze an der Steilen Hohle zu nutzen, will die Stadtverwaltung im Vorfeld mit dem KAT reden, ob für dieses Wochenende die Baustelle so beräumt werden kann, dass die Straße genutzt werden kann.

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