Berka darf sich freuen: Neuer Dorfladen im alten Gut

Berka  Das Sondershäuser Bildungswerk richtet neues Geschäft mit Café in Berka ein. 100.000 Euro als Förderung fließen für den Umbau.

In der ehemaligen Domäne in Berka will der Sondershäuser Bildungsverein einen Dorfladen mit Café betreiben. Dafür erhielt der Geschäftsführer des Vereins, Hartmut Bärwinkel, Fördermittel, die Landrätin Antje Hochwind-Schneider übergab. 

In der ehemaligen Domäne in Berka will der Sondershäuser Bildungsverein einen Dorfladen mit Café betreiben. Dafür erhielt der Geschäftsführer des Vereins, Hartmut Bärwinkel, Fördermittel, die Landrätin Antje Hochwind-Schneider übergab. 

Foto: Andrea Hellmann

Einen Dorfladen hat Berka noch. Im kommenden Jahr soll dieser nicht nur neu eröffnet werden, sondern noch um ein Café erweitert werden.

Dafür erhielt der Sondershäuser Bildungsverein als Betreiber gestern Fördermittel über 100.000 Euro aus dem Förderprogramm der Regionalen Arbeitsgruppe Kyffhäuser. Die verteilt Mittel der Europäischen Union für Projekte zur Förderung des ländlichen Raums. „Wir reden nicht nur über den ländlichen Raum, wir machen was“, sagte Hartmut Bärwinkel, Geschäftsführer des Bildungsvereins, bei der Übergabe des Schecks durch die Landrätin und Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Antje Hochwind-Schneider (SPD).

Den Höchstbetrag erhält das Projekt nicht nur für die Einrichtung eines Dorfladens. Der Bildungsverein wird mit dem Geld gleich mehrere leer stehende Lagerräume der alten Domäne in Berka sanieren und umbauen. Wie teuer der Umbau letztlich werden wird, kann Bärwinkel noch nicht abschätzen. Aber neben den Fördermitteln werde der Bildungsverein auch eigene Mittel einbringen und auch Eigenleistung. Beim Sondershäuser Bildungsverein absolvieren Jugendliche eine Ausbildung, die ohne zusätzliche Betreuung auf dem Arbeitsmarkt keinen Abschluss schaffen würden. Rund 130 junge Leute betreut der Verein an vier Standorten im Kyffhäuserkreis und im Landkreis Nordhausen, ermöglicht Berufsvorbereitung und eine Ausbildung in den Bereichen Gartenbau und Landwirtschaft, Handel und Handwerk. Dazu gehört seit 2011 für angehende Verkäufer auch, ihre Erfahrungen in der Praxis zu sammeln – und zwar im Dorfladen in Berka.

Dort absolvieren derzeit acht Jugendliche ihre Ausbildung als Verkäufer. Statt nur theoretisch in den Räumen des Bildungsträgers leere Kartons auszupacken und zu verkaufen, können die junge Leute hier täglich üben, mit richtigen Kunden umzugehen – so wie es andere Auszubildende in ihren Lehrbetrieben auch tun, erklärt Hartmut Bärwinkel.

Für die Chefin des Regionalmanagements von der RAG Kyffhäuser ist dies ein weiterer Punkt für die Förderung dieses Projekts in Berka. Ein leer stehendes Gebäude in einem Dorf einer neuen Nutzung zuzuführen, einen Dorfladen und ein Café einzurichten und damit einen sozialen Treffpunkt für alle Bewohner und überdies in Berka auch noch für Radfahrer entlang des Unstrut-Werra-Radweges zu schaffen, sind weitere Gründe, zählt sie auf.

Aus dem Geschäft, den der Sondershäuser Bildungsverein bislang in der Heerstraße betreibt, wolle man perspektivisch im kommenden Jahr ausziehen. Solange werden die Umbauarbeiten im Gut Berka dauern. Das Geschäft dort sei in die Jahre gekommen und nicht besonders in Schuss, erklärt Hartmut Bärwinkel. Die ehemalige Ortsteilbürgermeisterin von Berka, Gudrun Oesterheld, hatte bei der Suche nach einem neuen Mietobjekt geholfen und den Kontakt zum Eigentümer vermittelt. Mit dem Umzug wird sich der Dorfladen auch vergrößern. In die Räumlichkeiten soll es neben den Verkaufsräumen und dem Warenlager künftig auch eine Backstrecke geben. Ansonsten biete der Laden zwar nicht alles, aber alle Waren des täglichen Bedarfs an, erzählt der Chef des Bildungswerks, und das auch noch oft aus regionaler Produktion. Gemüse kommt aus der eigenen Gärtnerei, Wurst und Fleisch von den Mühlhäuser Werkstätten beispielsweise. Im Café seien zunächst zehn Plätze vorgesehen, Tische soll es im Sommer auch im Hof geben, so Bärwinkel.

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