Camper müssen sich gedulden

Kyffhäuserkreis.  Wohnmobilstellplätze und Campingplätze vorerst geschlossen. Dauercamper dürfen zur Pflege auf den Campingplatz Kelbra.

Stausee Kelbra

Stausee Kelbra

Foto: Marco Kneise

„Camping läuft das ganze Jahr“, sagt Jens Lüdicke, Geschäftsführer der Kur- und Tourismusgesellschaft in Bad Frankenhausen. Auf dem Wohnmobilstellplatz an der Kyffhäuser-Therme seien fast jeden Tag Camper, auch im Winter. Dank des Strom-, Wasser- und Abwasseranschlusses müssen sie auch in kalten Monaten nicht frieren.

Die 15 Stellplätze habe er über 60 Mal im Januar vermietet, 71 Mal im Februar und knapp 40 Mal bis zum 10. März diesen Jahres. „Nur gerade nicht, solange Übernachtungen aus touristischen Gründen verboten sind“, sagt Lüdicke. Die Verordnung gilt mindestens bis zum 3. Mai. Anfragen von Campern habe er bislang keine bekommen.

Auch Kerstin Zielonka, Betreiberin des Campingplatzes in Heldrungen, erreichen derzeit keine neuen Anfragen. „Unser saisonaler Campingplatz hat normalerweise zu Ostern sowie von Mai bis September geöffnet“, sagt Zielonka. Zu Ostern habe sie einer großen Gruppe aus Arnstadt und Leipzig absagen müssen. „Die Anfragen für Mai kamen bereits im letzten Jahr. Ich habe bis jetzt nicht abgesagt, weil ich optimistisch bin“, sagt sie.

Auf dem Campingplatz sei es die letzten Jahre beschaulich zugegangen. „Viele Besucher kamen spontan vorbei und haben für eine Nacht ihr Zelt aufgestellt“, sagt Zielonka. Im Moment bereite sie ihr Bistro, die Grünflächen sowie die Sanitäranlagen vor, „um bereit zu sein, falls es losgeht.“

Ähnlich handelt Marion Hagedorn, Leiterin des Seecamping in Kelbra. Der Campingplatz habe ganzjährig geöffnet, Hauptsaison sei von April bis September. Die Badesaison im Strandbad beginne ab Mai. „Der Campingplatz verfügt über etwa 300 Stellplätze“, sagt Hagedorn. „Diese können Besucher sowohl für Dauer- und Saisoncamping als auch für Kurzcamping nutzen“, sagt Hagedorn. Im Moment seien 170 bis 180 Dauercamper auf dem Platz.

„Dauercamper dürfen seit vergangener Woche zur Pflege ihrer Parzellen auf den Platz“, sagt Hagedorn. Besuchern sei es weiterhin verboten, zu übernachten und die sanitären Anlagen zu benutzen. Da der Campingplatz genau auf der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt liegt, müsse sich die Betreiberin nach den Verordnungen beider Länder richten. „Uns erreichen viele Nachfragen. Wir hoffen, dass der Startschuss im Mai fällt“, sagt Hagedorn. Immerhin seien Camper autark. Ob der Plan aufgeht, könne zum jetzigen Zeitpunkt niemand sagen.

Ebenfalls Stellplätze vermietet Harald Schulze in Bad Frankenhausen neben seiner Autowaschanlage. „Wir haben Platz für zwölf Wohnmobile auf der Fischerwiese“, sagt eine Mitarbeiterin der Autowaschanlage. Über Ostern habe es Nachfrage gegeben, allerdings sei der Platz seit Ende März gesperrt.

„Die Nachfrage ist während der Sommermonate unterschiedlich hoch, während der Wintermonate haben wir keine Anfragen“, sagt die Mitarbeiterin. Der finanzielle Verlust halte sich in Grenzen, da die Stellplatzvermietung neben der Autowaschanlage lediglich ein zweites Standbein sei.

Anders sieht es auf dem Seecampingplatz in Kelbra aus. „Wie viele Selbstständige haben wir derzeit hohe Einnahmeverluste“, sagt Hagedorn. Froh sei sie über die Dauercamper, die durch ihre Standmiete das ganze Jahr für feste Einnahmen sorgen. Was fehle, seien die Einnahmen der Touristen. „Wir vermieten außerdem Bungalows und Schlaffässer, die bleiben im Moment leer“, berichtet Hagedorn. Jens Lüdicke erklärt, dass er zumindest keine laufenden Ausgaben für den Stellplatz neben der Therme habe.