Chinesen kaufen tote Bäume im Kyffhäuserkreis auf

Kyffhäuserkreis  Wegen Borkenkäfer und Trockenheit wird in der Hainleite jetzt doppelt so viel Holz geschlagen wie in den Jahren zuvor.

Massenhaft fällen Harvester in der Hainleite tote Fichten, die dem Borkenkäfer zum Opfer fielen.

Massenhaft fällen Harvester in der Hainleite tote Fichten, die dem Borkenkäfer zum Opfer fielen.

Foto: Timo Götz

Containerweise werden Fichten, die Trockenheit und Borkenkäfer in der Hainleite und am Kyffhäuser massenhaft dahingerafft haben, jetzt nach China verkauft. Verträge über etwa 2000 Festmeter Holz seien in den vergangenen Tagen bereits mit chinesischen Abnehmern unter Dach und Fach gebracht worden, war gestern von Uli Klüßendorf, dem Leiter des Forstamtes in Sondershausen zu erfahren. Im Revier Seega wurden bereits einige Übersee-Container mit fast zwölf Meter langen Fichtenstämmen beladen.

Noch viel mehr Stahlkisten voll Holz sollen in nächster Zeit aus den Wäldern der Region gekarrt und später per Schiff nach China transportiert werden. Für Thüringenforst und private Waldbesitzer sind die Kunden aus Fernost Retter aus großer Not. Ohne sie wäre es nahezu unmöglich, die etwa 100.000 Festmeter Holz, die wegen der Käfer- und Dürreschäden in diesem Jahr in den Wäldern der Region gefällt werden müssen, zu vermarkten, so Klüßendorf. In normalen Jahren werde nur etwa die Hälfte dieser Menge eingeschlagen. Zudem habe das Holz jetzt durch Trockenheit und den Borkenkäferbefall eine geminderte Qualität. Auf dem heimischen Markt fänden sich dafür kaum Käufer, zumal überall in Mitteldeutschland riesige Mengen Schadholz anfielen.

Die Chinesen hingegen zahlen offenbar sogar ganz gut, weil ihnen die dringend benötigte Lieferungen an Holz aus Nordamerika wegen des Handelsstreits mit den USA fehlen, so Klüßendorf. „Der Kaufpreis ist für uns in Ordnung, er liegt auf dem gegenwärtig üblichen Preisniveau.“ Selbst der weite Transport bleibe finanziell günstig, da die Container ohne den Holz­deal meist leer nach China zurückfahren würden. In China werden die Stämme zu Material für Möbel oder Bauholz verarbeitet, weiß Klüßendorf. Die Schwartenbretter mit Borkenresten würden sogar noch nach Dubai weiterverkauft, wo sie auf Bauprojekten Verwendung finden. Holznachschub für China und die arabischen Ölstaaten fällt in den Wäldern vom Forstamt Sondershausen in den nächsten Monaten wahrscheinlich noch reichlich an. Allein die toten Fichten summierten sich bereits auf 200.000 Festmeter, so Klüßendorf. Werde der Käferbefall nicht gestoppt, verdoppele sich die Menge im nächsten Jahr wohl noch einmal. Darüber hinaus sterben auch Buchen wegen der Trockenheit in rasantem Tempo und werden ebenfalls bereits in Massen gefällt. Für ihr Holz könnte es aber in der heimischen Holzwirtschaft noch Verwendung geben. Tests mit dem Schadholz laufen gerade.

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