Das Schloss in Sondershausen macht es möglich: Wenn das Hobby zum Beruf wird

Sondershausen  Das Schlossmuseum in Sondershausen schafft für Gerd Grüner eine neue Stelle als Museumsassistent.

Gerd Grüner ist seit Juli dieses Jahres als Museumsassistent im Schloss in Sondershausen tätig. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Führungen von Besuchern durch das Schlossmuseum.

Gerd Grüner ist seit Juli dieses Jahres als Museumsassistent im Schloss in Sondershausen tätig. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Führungen von Besuchern durch das Schlossmuseum.

Foto: Christoph Vogel

Führungen durchs Schlossmuseum, Dienstpläne schreiben und den Besucherverkehr regeln. Diese Aufgaben übernimmt im Sondershäuser Schlossmuseum seit Juli der Museumsassistent. Die Stelle wurde neu geschaffen, um die vielfältigen Aufgaben zu bewältigen, die im städtischen Museum anfallen.

Gerd Grüner heißt der neue Museumsassistent. Er ist im Schloss kein Unbekannter. Grüner ist 43 Jahre alt, in Wasser­thal­eben aufgewachsen und von Beruf ursprünglich Informatikkaufmann. Bei der Deutschen Bahn hat er gelernt, aber keinen Gefallen an seiner Arbeit gefunden, wie er erzählt.

Im Museum arbeitet er bereits seit 2010. Damals absolvierte er ein Praktikum hier und blieb. Ehrenamtlich wirkte er weiter im Schloss. Das Museum sucht immer Freiwillige. Ab 2016 sei er dann geringfügig bei der Stadt beschäftigt worden.

Als ihm die Möglichkeit gegeben wurde, als Museumsassistent in Vollzeit zu arbeiten, hat er das Angebot auch sofort angenommen.

Das Wissen für seine Museumsführungen hat er sich über die vielen Jahre angeeignet, indem er selbst Museumsführungen besucht oder Bücher über das Schloss gelesen hat. Dies sei unter anderem sehr anstrengend und zeitaufwendig gewesen, da das nötige Wissen nicht in einem Buch kompakt zusammengefasst war, sondern er sich durch die Schlossbibliothek arbeiten musste. Das empfand er jedoch nie als Belastung, da er sich bereits in der Schule sehr für Geschichte, vor allem die von Sondershausen interessierte und ihm somit die Arbeit sehr viel Spaß macht.

Neben den Führungen muss er weiterhin Dienstpläne verfassen und die ehrenamtlichen Mitarbeiter koordinieren. Außerdem hat er im Moment noch den Telefondienst und nimmt die Post entgegen und leitet diese weiter. Er wünscht sich aber, dass dafür bald eine weitere Stelle besetzt wird. Dies hinge jedoch von den Besucherzahlen im Schloss und im Museum ab. Die schwanken je nach Jahreszeit doch spürbar. Gerd Grüner lebt sein Interesse für Kunst und Kultur auch außerhalb seiner Arbeit aus, indem er beispielsweise Museen in anderen Städten besucht. Dabei ertappt er sich immer wieder dabei, andere Museumsführungen genau zu analysieren und muss sich somit auch manchmal zusammenreißen, dem Redner keine Tipps oder Ratschläge zu geben.

Weiterhin besucht er in seiner Freizeit auch sehr gerne Konzerte. Wobei sein Geschmack sehr vielfältig ist, von Rammstein über die Zauberflöte bis zu Mark Forster ist alles dabei.

Dies sei auch eines der Dinge, die er an seinem Job so liebt. Er hat abwechslungsreiche Aufgaben und kann seine Museumsführungen immer individuell gestalten und dem Interesse seiner Zuhörer anpassen.

Weiterhin finden immer wieder Veranstaltungen im Museum statt, bei denen er mitwirken kann – wie den Tag des offenen Denkmals am vergangenen Wochenende oder den Kindertag am 20. September. Dann dürfen Kinder mit ihren Freunden im Schloss in vergangene Jahrhunderte eintauchen.

Außerdem eröffnet am 22. September eine neue Ausstellung des Malers Gerd Mackensen, der hier in Sondershausen geboren ist. Die Arbeit im Schlossmuseum ist für Gerd Grüner eine große Leidenschaft, da ihm das Museum persönlich am Herzen liegt. Er könnte sich selbst keinen schöneren Arbeitsplatz vorstellen und ist froh, jetzt endlich fest angestellt zu sein.

Wenn alles so bleibt und ihm die Arbeit auch weiterhin gefällt, könnte er sich vorstellen, dort in Rente zu gehen. Danach möchte er sich aber trotzdem weiter ehrenamtlich für das Sondershäuser Museum engagieren.

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