Polizeieinsatz bei SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen gegen Eintracht Sondershausen

Frankenhausen  Im Verbandsliga-Derby zwischen dem SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen und Eintracht Sondershausen kam es nach dem Spiel zu Ausschreitungen zwischen beiden Fanlagern. Eine 80-jährige Frau musste mit einer Platzwunde am Kopf ins Krankenhaus gebracht werden.

Im Verbandsliga-Derby zwischen dem SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen und Eintracht Sondershausen kam es nach dem Spiel zu Ausschreitungen zwischen beiden Fanlagern.

Im Verbandsliga-Derby zwischen dem SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen und Eintracht Sondershausen kam es nach dem Spiel zu Ausschreitungen zwischen beiden Fanlagern.

Foto: Sebastian Fernschild

Die Partie selbst war vor über 450 Zuschauern eher wenig spektakulär. Derbystimmung kam kaum auf, zumindest auf dem Platz. Denn das Spiel selbst war wenig ansehnlich. Sondershausen schaffte durch einen glücklichen Treffer in Form von Milos Gibala einen schmeichelhaften 1:0-Sieg und bleibt damit in Pflichtspielen gegen Bad Frankenhausen weiterhin immer die siegreiche Mannschaft.

Bad Frankenhausen hätte im ersten Durchgang führen können, wenn nicht sogar müssen. Sebastian Lobodasch hatte zweimal die gute bis sehr gute Möglichkeit, ein Tor zu schießen. Beide Male war Sondershausen Schlussmann Piotr Rusek der Sieger. Das 1:0 war gefühlt wie aus dem Nichts. Adam Grisgraber spielte einen Pass in die Mitte. Schiedsrichter Roland Hillig fälschte den Ball ab und Milos Gibala bekam das Spielgerät und zog einfach ab – Tor.

Aufregung auf der Frankenhäuser Bank, denn nach neuer Regel sollte ein Ball, der vom Unparteiischen abgelenkt wird, abgepfiffen werden. Doch die Regel besagt, dass nur abgepfiffen wird, wenn der Ball zur gegnerischen Mannschaft gelangt. Das war hier nicht der Fall.

Im zweiten Abschnitt waren die Gäste die leicht bessere Mannschaft und verpassten es, ein zweites Tor nachzulegen. So blieb es bis zum Schluss spannend, auch wenn es fußballerisch nicht gut war.

„Wir haben glücklich gewonnen, das muss man einfach zugeben. Und wir haben es einfach verpasst, das zweite Tor zu schießen. So blieb es bis zum Ende spannend. Wenn wir in der Schlussphase noch den Ausgleich kassiert hätten, hätten wir uns auch nicht beschweren dürfen. Aber so ist Fußball, da entscheidet manchmal eine Kleinigkeit. In diesem Falle für uns“, sagte Eintracht-Trainer Enrico Leifheit nach der Partie und atmete tief durch.

Sein Gegenüber Tim Hochfeld sah die Sache ähnlich nüchtern: „Wir haben einfach das Tor nicht gemacht. Fußball kann man manchmal sehr ungerecht und hart sein. Und wer das Tor macht, gewinnt. So einfach ist das. Und das waren wir heute leider nicht.“

Und dann die Szenen nach dem Spiel. Völlig unverständlich. Die Sondershäuser Anhänger mussten an allen Frankenhäusern Fans und Sympathisanten vorbeigehen. Und so kam eins zum anderen. Viele waren alkoholisiert und die Feindschaft beider Vereine besteht so oder so. Ein einfacher Satz, aus welchem Lager auch immer, soll der Auslöser gewesen sein. Und so kam es zur Schlägerei.

Leider wurden dabei auch Unbeteiligte in Mitleidenschaft gezogen. So auch eine 80-jährige Frau, die zu Boden gestoßen wurde und mit einer Platzwunde ins Krankenhaus gebracht werden musste. Die Polizei forderte Verstärkung an. Es waren Szenen, die viele so noch nie erlebt hatten und auch nie wieder erleben möchten. Die Situation beruhigte sich nur bedingt, denn nur kurze Zeit später ging es wieder los, ein paar Meter weiter. Und das Ganze wiederholte noch zweimal.

„Ich weiß nicht, wie das passieren konnte oder wer angefangen. Letztendlich ist das auch völlig egal. Mir tut es nur unendlich leid für alle vor allem für die Verletzten“, sagte Matthias Springer, Sportlicher Leiter aus Sondershausen, zu den Vorkommnissen. Dass es nicht noch weitere Verletzte gab, lag auch daran, dass viele beherzt eingriffen und versuchten, deeskalierend zu wirken.

Ob es für die Mannschaften ein Nachspiel haben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar, aber sehr wahrscheinlich. Anzeigen wurden auf jeden Fall schon bei der Polizei erstattet.

Bleibt zu hoffen, dass alle daraus lernen und solch einen Blödsinn sein lassen.

Zum Kommentar: Der Verlierer ist der Fußball

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