Eggis Tänzchen: Spieleentwicklerin aus Trebra gewinnt Designpreis beim „Focus Open“

Trebra.  Silke Kegeler, Produktdesignerin aus Trebra, hat für ihre jüngste Spielidee, das agile Spielei Eggi einen Goldenen Preis bei Design-Award Focus Open 2020. gewonnen.

Mit einem verblüffend agilen Holzei gewinnt Spieleentwicklerin Silke Kegeler aus Trebra einen Designpreis in Gold.

Mit einem verblüffend agilen Holzei gewinnt Spieleentwicklerin Silke Kegeler aus Trebra einen Designpreis in Gold.

Foto: Timo Götz

Schon sanfte Stupser belohnt Eggi mit einem Tänzchen über die Tischplatte. Wird es gestreichelt kugelt das Holzei wohlig wabbelnd über die Handfläche. „Jedem, der ihm zusieht oder mit Eggi spielt, zaubert er ein Lächeln aufs Gesicht“, ist Silke Kegeler selbst über die Wirkung ihrer jüngsten Kreation verblüfft.

Mit dem erstaunlich beweglichen und wie lebendig wirkenden zappeligen Handschmeichler hat die Spielzeugdesignerin die Jury beim vom Design Center Baden-Württemberg ausgerichteten Wettbewerb „Focus Open“ bezaubert. Die Juroren sprachen ihr für Eggi den Preis in Gold für herausragende und zukunftsweisende Innovationen in der Kategorie Freizeit, Sport, Spiel zu. Die Auszeichnung soll am morgigen Freitag in Ludwigsburg während einer Veranstaltung mit coronabedingt reduziertem Publikum überreicht werden.

Gewaltige Nachfrage von Spieleherstellern aus der ganzen Welt

Am Mittwoch zweifelte Silke Kegeler allerdings noch, ob sie überhaupt dorthin reisen darf, wenn sich die Pandemie wieder verschärft. Nicht zuletzt vom Eggi in ihrer Hand fröhlich gestimmt, zeigte sie sich dann gleich wieder optimistisch: „Weder Ludwigsburg noch Thüringen sind Risikogebiete, ich kann wohl hinfahren.“ Den bislang höchsten Preis für ihr Schaffen würde die 54-Jährige natürlich gern in einem feierlichen Rahmen entgegennehmen.

Eine Nominierung für den Deutschen Spielzeugpreis hat Silke Kegeler und ihrer Marke „Einfach gut spielen“ bereits 2011 ihr Gedächtnisspiel Domory eingebracht. Auch wenn sie damals nicht den Hauptpreis gewann, bescherte ihr allein die vordere Platzierung in der Auswahl schon eine gewaltige Nachfrage von Spieleherstellern aus der ganzen Welt. Ob der nun sogar goldprämierte Eggi zum noch größeren Verkaufsschlager wird, vermag die Designerin bislang nicht abzuschätzen. Interesse habe das Tänzel-Ei schon bei der ersten Präsentation auf der Nürnberger Spielwarenmesse Anfang des Jahres geweckt.

Eggi punkte mit seinen handschmeichlerischen Qualitäten

Inzwischen stehe sie mit dem Technischen Museum in Wien in Verhandlungen. Dort soll das Ei mit seinem auf den ersten Blick auch physikalischen Gesetzen widersprechenden Eigenleben als Souvenir im Museumsshop angeboten.

Die Idee, mit der Silke Kegeler ihrem Eggi scheinbar Leben und Freude am Tanzen einhaucht, sei gar nicht neu, bekennt die Entwicklerin. „Auf die gleiche Weise habe ich schon als Kind gern winzige Kügelchen aus Stanniolpapier in verblüffende Bewegungsmuster versetzt.“ Nun habe die Erinnerung daran sie neu dazu inspiriert nach diesem Prinzip ein beständigeres Spielding zu entwerfen.

Eggi punkte darüber hinaus noch mit seinen handschmeichlerischen Qualitäten, die ihm seine Schale aus feinstgeschliffenem Holz beschere. Die Grundform aus Ahorn komme von einem Lieferanten nachhaltig produzierter Holzwerkstoffe aus dem Erzgebirge. Zum Eggi veredelt und zum Tanzen befähigt wird jeder Rohling erst in der Manufaktur von Familie Kegeler in Trebra. Hier könnte das nun preisgeehrte Ur-Modell noch viele neue Design-Varianten bekommen. Bunte Eggis sollen auf jeden Fall schon kommendes Jahr zu Ostern geben.