Ein Chor mit 200 Stimmen in Sondershausen

Sondershausen  In der Musikstadt boten 12 Chöre des Nordthüringer Chorverbands am Sonntag ein Programm auf drei Bühnen.

Die Frauenchöre Berka und Obergebra bilden seit dem Frühjahr den Projektchor des Nordthüringer Chorverbands. Mit „Fröhlich klingen unsere Lieder“ eröffneten sie, dirigiert von Ines Engel, auf dem Marktplatz die vierte Chormeile des Verbands. 

Die Frauenchöre Berka und Obergebra bilden seit dem Frühjahr den Projektchor des Nordthüringer Chorverbands. Mit „Fröhlich klingen unsere Lieder“ eröffneten sie, dirigiert von Ines Engel, auf dem Marktplatz die vierte Chormeile des Verbands. 

Foto: Andrea Hellmann

Die Zahlen beeindruckten: 12 Chöre, 200 Sänger, drei Bühnen. Nicht weniger beeindruckend die Stimmen, die sich erst rund um den Marktplatz erhoben und später an den drei Spielstätten. Zur vierten Chormeile in Sondershausen zeigte der Nordthüringer Chorverband, dass das Singen in der Gemeinschaft noch immer gepflegt wird.

22 Chöre sind im Verband organisiert, der aus dem Sängerkreis Nordhausen und dem Sängerkreis Hainleite 2011 entstand. Dass sie trotz der Stimmgewalt am Sonntag mit Nachwuchsproblemen kämpfen, erzählen sie unumwunden.

Zum Jahresanfang hätten wieder zwei Chöre aufgehört, berichtet Chorverbandschef Steffen Lupprian. Chorleiter zu finden, sei ebenso schwierig. Und der Altersdurchschnitt in den Chören sei hoch.

Dennoch versucht der Chorverband sich an Neuem. Ein Projektchor ist im Frühjahr gegründet worden. Hier singen unter Anleitung der Kreischorleiterin Ines Engel die Mitglieder der Frauenchöre aus Berka und Obergebra gemeinsam. Zu hören waren sie zur Eröffnung der Chormeile am Sonntag.

Geplant sei, erzählt Lupprian, dass der Chor sich erweitert. Jeder Sänger aus dem Verband könne mitmachen. Angesprochen werden sollen aber auch interessierte Hobbysänger, die bislang keinem Chor angehören, aber Lust hätten, für ein Projekt Lieder einzustudieren und gemeinsam mit den anderen Sängern auf zutreten. Der Projektchor soll im kommenden Jahr, wenn Erfurt die Bundesgartenschau ausrichtet und Bendeleben sowie Ebeleben Außenstandorte der Buga sind, das Programm bereichern. In der Orangerie in Bendeleben oder dem Schlossgarten in Ebeleben soll der Chor dann auftreten, erklärt Lupprian das gesteckte Ziel. Man könne sich vorstellen, zwei Programme – im Frühjahr und Herbst – zu bestreiten. Und vielleicht begeistere man eventuelle Teilzeit-Sänger und -Sängerinnen für ein längerfristiges Engagement.

Eine Hoffnung, die die Chöre mit jedem Auftritt verbinden. „Mit dem Singen Freude zu bereiten, ist das Ziel der Chöre“, sagt Lupprian. Und das in zweifacher Hinsicht: Zum einen bereite den Chormitgliedern das Singen Spaß und zum anderen bereiten sie den Zuhörern eine Freude.

Dazu biete eine Chormeile, die der Kreischorverband bereits zum vierten Mal ausrichtet, reichlich Gelegenheit. Beim Sängerfest konnten die Zuhörer am Sonntag an einem Ort gleich zwölf Chören lauschen. Ein zehnminütiges Repertoire hatten alle dafür einstudiert. Es war aber auch möglich, mit seinem Lieblingschor durch die Stadt zu ziehen. Oder Auftritte verschiedener Chöre zu erleben, indem man alle drei Räumlichkeiten mit durchaus unterschiedlicher Akustik besuchte.

Davon Gebrauch machten nicht nur die knapp 200 Sängerinnen und Sänger, die zwischen ihren Auftritten auch längere Pausen hatten, auch viele Sondershäuser und musikinteressierte Gäste hatten Platz im Carl-Schroeder-Saal, dem Foyer des Landratsamtes oder der Cruciskirche genommen. Während das kleine Foyer des Landratsamtes schnell überfüllt war, gab es in den beiden Sälen aber durchaus noch freie Stühle.

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